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Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper für die Produktion von Hämoglobin benötigt – dem roten Blutfarbstoff, der Sauerstoff in die Organe und Gewebe transportiert. Bei Babys und Säuglingen spielt Eisen zudem eine entscheidende Rolle für die Gehirnentwicklung, die Immunfunktion und das allgemeine Wachstum. Ein Eisenmangel in dieser sensiblen Entwicklungsphase kann langfristige Folgen für die kognitive und motorische Entwicklung haben.
Der Eisenbedarf variiert je nach Alter und Geburtsumständen des Kindes. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geben folgende Richtwerte an:
Besondere Risikogruppen mit erhöhtem Eisenbedarf sind Frühgeborene, Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht sowie Babys von Müttern mit Eisenmangel in der Schwangerschaft, da diese Kinder kleinere Eisenspeicher bei der Geburt aufweisen.
Muttermilch enthält zwar nur geringe Mengen an Eisen (ca. 0,2–0,4 mg pro Liter), dieses wird jedoch mit einer Bioverfügbarkeit von bis zu 50 % sehr effizient vom kindlichen Darm aufgenommen. In den ersten vier bis sechs Lebensmonaten sind gesunde, reifgeborene Babys bei ausschließlichem Stillen in der Regel ausreichend versorgt. Industriell hergestellte Säuglingsanfangsnahrung ist in der Regel mit Eisen angereichert (ca. 4–8 mg pro Liter) und deckt den Bedarf ebenfalls ab.
Mit Beginn der Beikost gewinnen eisenreiche Lebensmittel zunehmend an Bedeutung. Geeignete Eisenquellen in der Beikost sind:
Die gleichzeitige Gabe von Vitamin C (z. B. durch Fruchtsaft oder püriertes Obst wie Erdbeeren oder Paprika) kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen deutlich verbessern. Umgekehrt hemmen bestimmte Stoffe die Eisenaufnahme, darunter Kalzium, Phytate (in Getreide und Hülsenfrüchten) und Tannine (in Tee und Kakao). Daher sollte Tee bei Säuglingen und Kleinkindern generell vermieden werden.
Eisenmangel ist die häufigste Nährstoffmangelerkrankung weltweit und betrifft auch viele Säuglinge und Kleinkinder. Typische Zeichen eines Eisenmangels beim Baby sind:
Da ein schwerer Eisenmangel zu einer Eisenarmanämie führen kann, ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig. Bei Verdacht auf Eisenmangel sollte immer ein Kinderarzt aufgesucht werden.
Der Eisenstatus wird über eine Blutuntersuchung festgestellt. Dabei werden typischerweise folgende Werte bestimmt:
Bei nachgewiesenem Eisenmangel empfiehlt der Kinderarzt in der Regel eine Eisensupplementierung in Form von Eisentropfen oder -sirup, die speziell für Säuglinge und Kleinkinder entwickelt wurde. Frühgeborene erhalten oft bereits ab der 2. bis 4. Lebenswoche prophylaktisch Eisen, da ihre Speicher besonders gering sind.