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Der errechnete Geburtstermin (kurz: ET oder EGT) ist das voraussichtliche Datum, an dem ein Baby zur Welt kommen soll. Er wird auf Grundlage einer normalen Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen (280 Tage) ab dem ersten Tag der letzten Menstruationsperiode berechnet. Da die tatsächliche Geburt selten exakt an diesem Tag stattfindet, gilt der errechnete Termin als Richtdatum, nicht als fixer Geburtstermin. Statistisch gesehen kommen nur etwa 4–5 % aller Babys genau am errechneten Termin zur Welt.
Die am häufigsten verwendete Methode zur Berechnung des errechneten Geburtstermins ist die Naegele-Regel, benannt nach dem deutschen Geburtshelfer Franz Karl Nägele. Die Formel lautet:
Beispiel: Letzter Menstruationsbeginn am 1. April 2024 → errechneter Geburtstermin: 8. Januar 2025.
Diese Methode setzt einen regelmäßigen 28-tägigen Zyklus voraus. Bei kürzeren oder längeren Zyklen wird die Berechnung entsprechend angepasst.
Eine weitere wichtige Methode ist die Berechnung mithilfe des Ultraschalls (Sonografie), insbesondere im ersten Trimester (bis zur 14. Schwangerschaftswoche). Dabei wird die Größe des Embryos gemessen – vor allem die sogenannte Scheitel-Steiß-Länge (SSL) – und mit Referenzwerten verglichen, um das Schwangerschaftsalter und damit den Geburtstermin zu bestimmen. Diese Methode gilt als sehr genau, da das Wachstum im ersten Trimester bei allen Embryonen ähnlich verläuft.
Eine reife Schwangerschaft (Termingeburt) liegt zwischen der 37+0 und 42+0 Schwangerschaftswoche (SSW). Babys, die früher oder später geboren werden, gelten als:
Da nur ein kleiner Anteil der Geburten exakt am errechneten Termin stattfindet, sprechen Ärzte und Hebammen von einem Geburtsfenster von etwa zwei Wochen vor und zwei Wochen nach dem errechneten Termin.
Der errechnete Geburtstermin hat eine zentrale Bedeutung für die Schwangerschaftsvorsorge. Er legt den zeitlichen Rahmen für alle Vorsorgeuntersuchungen fest, darunter:
Wird das Baby nicht innerhalb von 10–14 Tagen nach dem errechneten Termin geboren, spricht man von einer Übertragung. In diesem Fall wird die Geburtseinleitung medizinisch erwägt, da das Risiko für Komplikationen steigt.
Verschiedene Faktoren können beeinflussen, wann das Baby tatsächlich geboren wird:
Der errechnete Geburtstermin ist ein wichtiges Planungs- und Orientierungsinstrument in der Schwangerschaft. Er wird mit der Naegele-Regel oder per Ultraschall bestimmt und markiert den Mittelpunkt eines normalen Geburtsfensters. Da die tatsächliche Geburt selten genau an diesem Tag erfolgt, sollten werdende Eltern den Termin als Richtwert verstehen und sich auf einen Zeitraum rund um dieses Datum einstellen.