Erster Brei
Was ist der erste Brei?
Der erste Brei – auch als Beikost bezeichnet – ist die erste feste oder halbfeste Nahrung, die Säuglinge zusätzlich zur Muttermilch oder Säuglingsnahrung erhalten. Er wird in der Regel ab dem vollendeten 5. Lebensmonat, spätestens jedoch ab dem vollendeten 7. Lebensmonat, eingesetzt. Ziel ist es, den wachsenden Nährstoffbedarf des Babys zu decken und es schrittweise an verschiedene Geschmäcker und Lebensmittel zu gewöhnen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Laut Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Forschungsinstituts für Kinderentwicklung und Ernehrung (FKE) sollte die Beikost nicht vor dem vollendeten 4. Lebensmonat eingeführt werden. Folgende Zeichen deuten darauf hin, dass ein Baby bereit für den ersten Brei ist:
- Das Baby kann den Kopf selbstständig halten.
- Es zeigt Interesse an Essen und öffnet den Mund, wenn ein Löffel gereicht wird.
- Der Zungenstossreflex (also das reflexartige Herausstoßen von Nahrung) ist abgeschwächt.
- Das Körpergewicht hat sich seit der Geburt in etwa verdoppelt.
Welcher Brei eignet sich als erster Brei?
Als erster Brei empfiehlt sich ein Gemüsebrei aus mildem, gut verträglichem Gemüse. Typische Empfehlungen sind:
- Karotten (Möhren): sanft im Geschmack, leicht verdaulich und nährstoffreich
- Pastinaken: leicht süßlich und magenfreundlich
- Zucchini: wasserreich und gut verträglich
- Süßkartoffel: reich an Beta-Carotin und beliebt bei Säuglingen
Später kann dem Gemüsebrei etwas Fleisch sowie ein wenig Rapsöl (reich an Omega-3-Fettsäuren) und Fruchtsaft (für bessere Eisenaufnahme) hinzugefügt werden. Im zweiten Schritt folgen dann ein Milch-Getreidebrei und ein Getreide-Obst-Brei.
Wie wird der erste Brei eingeführt?
Die Einführung des ersten Breis sollte schrittweise erfolgen, um dem Verdauungssystem des Babys Zeit zur Anpassung zu geben und mögliche Unverträglichkeiten frühzeitig zu erkennen:
- Beginnen Sie mit 1–2 Löffelchen und steigern Sie die Menge täglich.
- Führen Sie neue Lebensmittel einzeln ein und warten Sie 3–4 Tage, bevor Sie eine weitere neue Zutat hinzufügen.
- Bieten Sie den Brei am besten zur Mittagszeit an – so haben Sie den Tag über Zeit, auf mögliche Reaktionen zu achten.
- Ersetzen Sie eine Milchmahlzeit nach und nach durch den Brei.
Was gehört nicht in den ersten Brei?
Bestimmte Lebensmittel sind für Säuglinge ungeeignet oder können gesundheitliche Risiken bergen:
- Salz und Zucker: Die Nieren des Babys sind noch nicht ausreichend entwickelt, um große Mengen Salz zu verarbeiten; Zucker kann die Entstehung von Karies fördern.
- Honig: Kann Clostridium botulinum-Sporen enthalten, die bei Säuglingen den gefährlichen Säuglingsbotulismus auslösen können.
- Kuhmilch als Getränk: Ist im ersten Lebensjahr als Hauptgetränk nicht geeignet, kann aber in kleinen Mengen im Brei verwendet werden.
- Nitrathaltiges Gemüse (z. B. Spinat, Rote Bete) in großen Mengen: Sollte bei Babys unter 6 Monaten gemieden werden.
- Nüsse und ganze Beeren: Erstickungsgefahr.
Nährstoffe im Beikostalter
Mit Beginn der Beikost steigt der Bedarf an bestimmten Nährstoffen. Besonders wichtig sind:
- Eisen: Die Eisenspeicher des Säuglings, die bei der Geburt angelegt wurden, beginnen ab dem 6. Monat zu sinken. Fleisch und eisenreiche Lebensmittel helfen, diesen Bedarf zu decken.
- Zink: Wichtig für das Immunsystem und das Wachstum.
- Vitamin D: Wird weiterhin als Supplement empfohlen, da es in Lebensmitteln nur in geringen Mengen vorkommt.
- Omega-3-Fettsäuren: Fördern die Gehirnentwicklung; Rapsöl ist eine gute pflanzliche Quelle.
Selbst gemacht oder Gläschen?
Sowohl selbst zubereiteter Brei als auch kommerzielle Gläschen oder Beutel sind geeignete Optionen. Selbst zubereiteter Brei bietet den Vorteil, dass Eltern die Zutaten genau kennen und kontrollieren können. Fertigprodukte müssen in Deutschland strenge Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen und sind praktisch für unterwegs. Wichtig ist in beiden Fällen die hygienische Zubereitung und Lagerung.
Quellen
- Koletzko, B. et al. - Ernahrung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft. Monatsschrift Kinderheilkunde (2018).
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Complementary Feeding: Report of the Global Consultation. Geneva: WHO (2002). Verfügbar unter: https://www.who.int
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) - Ernährung im Kindesalter: Beikost und Breifütterung. Köln: BZgA (2021). Verfügbar unter: https://www.bzga.de