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FPIAP steht für Food Protein-Induced Allergic Proctocolitis – auf Deutsch: Nahrungsprotein-induzierte allergische Proktocolitis. Es handelt sich um eine nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeit, die vor allem Säuglinge in den ersten Lebensmonaten betrifft. Bei dieser Erkrankung reagiert das Immunsystem des Säuglings auf bestimmte Nahrungsproteine, die über die Muttermilch oder Säuglingsnahrung aufgenommen werden, und verursacht eine Entzündungsreaktion im Enddarm (Rektum) und im Dickdarm (Kolon).
FPIAP gilt als die häufigste Ursache für rektale Blutungen bei ansonsten gesunden, gut gedeihenden Säuglingen und hat in der Regel eine gute Prognose.
Die häufigste auslösende Ursache von FPIAP ist das Kuhmilchprotein, insbesondere Kasein und Molkenproteine. Weitere mögliche Auslöser sind:
Bei gestillten Säuglingen gelangen die Proteine über die Muttermilch in den Verdauungstrakt des Kindes. Bei nicht gestillten Säuglingen ist meist die Säuglingsnahrung auf Kuhmilch- oder Sojaproteinbasis der Auslöser. Der genaue Mechanismus ist nicht vollständig geklärt, jedoch spielen T-Zell-vermittelte Immunreaktionen eine zentrale Rolle.
FPIAP tritt typischerweise in den ersten Lebenswochen bis -monaten auf. Die Symptome sind oft mild bis moderat und umfassen:
Im Gegensatz zu anderen Darmerkrankungen zeigen betroffene Säuglinge in der Regel ein normales Gedeihverhalten und keine schweren Allgemeinsymptome wie hohes Fieber oder starken Gewichtsverlust. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber schwereren Erkrankungen.
Die Diagnose von FPIAP erfolgt hauptsächlich klinisch, da es keinen spezifischen Labortest gibt. Der diagnostische Prozess umfasst typischerweise:
Bluttests auf spezifische IgE-Antikörper (RAST, Prick-Test) fallen bei FPIAP typischerweise negativ aus, da es sich um eine nicht-IgE-vermittelte Reaktion handelt.
Bei gestillten Säuglingen wird zunächst empfohlen, dass die stillende Mutter das auslösende Protein – in den meisten Fällen Kuhmilch und Milchprodukte – vollständig aus ihrer Ernährung streicht. Eine Besserung der Symptome tritt häufig innerhalb von 2 bis 4 Wochen ein. Da dies zu einer reduzierten Kalziumzufuhr führen kann, sollte die Mutter ärztlich begleitet und gegebenenfalls mit Kalzium und Vitamin D ergänzt werden.
Bei nicht gestillten Säuglingen wird die herkömmliche Kuhmilch- oder Sojaformula durch eine extensiv hydrolysierte Säuglingsnahrung (eHF) ersetzt, bei der die Proteine in kleinste Bestandteile aufgespalten sind. In schweren oder therapieresistenten Fällen kann eine aminoSäurebasierte Formula (AAF) eingesetzt werden.
Die Prognose von FPIAP ist insgesamt sehr gut. Die meisten Säuglinge entwickeln bis zum Alter von 12 bis 24 Monaten eine Toleranz gegenüber dem auslösenden Protein. Eine kontrollierte Wiedereinführung des Proteins sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um einen Rückfall zu vermeiden.
Eltern sollten bei folgenden Anzeichen umgehend ärztlichen Rat suchen: