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FPIES steht für Food Protein-Induced Enterocolitis Syndrome – auf Deutsch: nahrungsproteininduziertes Enterokolitis-Syndrom. Es handelt sich um eine schwere, nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeit, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder betrifft. Im Gegensatz zu klassischen Nahrungsmittelallergien sind beim FPIES keine typischen allergischen Symptome wie Hautausschlag oder Juckreiz vorhanden. Stattdessen reagiert der Magen-Darm-Trakt des Babys mit heftigen Beschwerden auf bestimmte Nahrungsproteine.
FPIES tritt häufig auf, wenn Babys beginnen, Beikost zu essen, kann aber auch durch Kuhmilch- oder Sojaprotein in der Säuglingsnahrung ausgelöst werden. Die Erkrankung wird oft spät erkannt, da sie einer Lebensmittelvergiftung ähnelt und klassische Allergietests meist negativ ausfallen.
FPIES beim Baby wird durch spezifische Nahrungsproteine ausgelöst, die eine überschießende Immunreaktion im Darm verursachen. Die häufigsten Auslöser sind:
Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass eine gestörte Immunreaktion im Darmgewebe zu einer lokalen Entzündungsreaktion führt, die nicht über das klassische IgE-System vermittelt wird. Eine genetische Veranlagung sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Leaky Gut) werden als begünstigende Faktoren diskutiert.
FPIES beim Baby zeigt sich in zwei Hauptformen: der akuten und der chronischen Form.
Die akute Form tritt auf, wenn das Baby gelegentlich mit dem Auslöser in Kontakt kommt. Typische Symptome erscheinen 1 bis 4 Stunden nach dem Essen und umfassen:
Die chronische Form tritt auf, wenn das Baby täglich dem Auslöser ausgesetzt ist (z. B. über Kuhmilch-basierte Formul Nahrung). Symptome sind:
Die Diagnose von FPIES beim Baby ist oft schwierig, da es keinen spezifischen Bluttest gibt und klassische Allergietests (IgE-Bluttest, Pricktest) in der Regel negativ ausfallen. Die Diagnose erfolgt vor allem klinisch – also anhand der Krankengeschichte und der typischen Symptommuster.
Folgende diagnostische Schritte werden durchgeführt:
Wichtig: FPIES wird häufig mit Lebensmittelvergiftung, Sepsis oder anderen Verdauungsstörungen verwechselt. Eine frühzeitige und korrekte Diagnose ist entscheidend, um das Baby zu schützen.
Bei einer akuten FPIES-Reaktion ist schnelles Handeln gefragt:
Die gute Nachricht: FPIES ist bei den meisten Kindern eine vorübergehende Erkrankung. Viele Kinder entwickeln eine Toleranz gegenüber dem Auslöser bis zum Alter von 3 bis 5 Jahren. Die Prognose hängt vom ausgelösten Nahrungsmittel ab – FPIES durch Kuhmilch oder Soja verschwindet oft früher als FPIES durch Getreide oder Fisch. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei einem pädiatrischen Allergologen oder Gastroenterologen sind wichtig, um den Verlauf zu überwachen.