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Die geburtsvorbereitende Akupunktur ist eine Methode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), bei der gezielt feine Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten des Körpers gesetzt werden. Ziel ist es, den Körper der Schwangeren ab der 36. Schwangerschaftswoche auf den bevorstehenden Geburtsvorgang vorzubereiten. Die Behandlung soll unter anderem den Gebärmutterhals (Zervix) zur Reifung anregen, den Beckenboden entspannen und den allgemeinen Energiefluss im Körper harmonisieren. In Deutschland und österreich wird diese Methode von spezialisierten Hebammen, Frauenärztinnen und Frauenärzten sowie Akupunkteurinnen und Akupunkteuren angeboten.
Gemäß der TCM fließt im Körper eine Lebensenergie, das sogenannte Qi, durch Leitbahnen, die als Meridiane bezeichnet werden. Blockaden oder Ungleichgewichte in diesem Energiefluss sollen durch das gezielte Setzen von Akupunkturnadeln gelöst werden. Bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur werden typischerweise Punkte an den Füßen, Beinen, Händen und am Rücken stimuliert, die mit dem Beckenbereich, der Gebärmutter und dem Hormonhaushalt in Verbindung stehen.
Aus westlich-medizinischer Sicht wird diskutiert, dass die Nadelstimulation die Ausschüttung von Prostaglandinen und Oxytocin fördern könnte, die für die Einleitung der Wehen und die Zervixreifung verantwortlich sind. Darüber hinaus kann die Akupunktur zur allgemeinen Entspannung beitragen und Angst sowie Stress vor der Geburt reduzieren.
In der Regel beginnt die geburtsvorbereitende Akupunktur ab der 36. oder 37. Schwangerschaftswoche. Ein typischer Behandlungsplan umfasst:
Schwangere, die geburtsvorbereitende Akupunktur in Anspruch nehmen, berichten häufig über folgende positive Effekte:
Die wissenschaftliche Datenlage zur geburtsvorbereitenden Akupunktur ist noch begrenzt, jedoch zunehmend positiv. Einige randomisierte kontrollierte Studien und Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass regelmäßige Akupunkturbehandlungen gegen Ende der Schwangerschaft die Zervixreife verbessern und möglicherweise die Rate an medizinischen Geburtseinleitungen senken können. Eine australische Studie (Boulvain et al.) sowie Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum liefern erste positive Hinweise, auch wenn größere klinische Studien noch ausständig sind. Die Methode gilt allgemein als sicher und gut verträglich, sofern sie von geschultem Fachpersonal durchgeführt wird.
Geburtsvorbereitende Akupunktur gilt bei korrekter Anwendung als sehr sicher. Dennoch gibt es Situationen, in denen von der Behandlung abgesehen werden sollte:
Vor Beginn der Behandlung ist immer eine Rücksprache mit der betreuenden Hebamme oder dem betreuenden Frauenarzt empfehlenswert, um individuelle Risiken auszuschließen.
Die Kosten für geburtsvorbereitende Akupunktur werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernommen. Einige private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen erstatten die Behandlung ganz oder teilweise. Die Kosten pro Sitzung liegen je nach Anbieter und Region zwischen 30 und 80 Euro. Es empfiehlt sich, vor Behandlungsbeginn bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.