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Grüner Tee ist ein weltweit beliebtes Getränk, das aus den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis gewonnen wird. Er enthält eine Vielzahl bioaktiver Verbindungen, darunter Koffein, Catechine (insbesondere Epigallocatechingallat, kurz EGCG), Gerbstoffe sowie verschiedene Antioxidantien. Während grüner Tee außerhalb der Schwangerschaft als gesundheitsfördernd gilt, erfordert sein Konsum während der Schwangerschaft besondere Vorsicht.
Eine der größten Bedenken beim Konsum von grünem Tee in der Schwangerschaft ist der Koffeingehalt. Eine Tasse grüner Tee (ca. 240 ml) enthält je nach Zubereitung etwa 20 bis 50 mg Koffein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Gesundheitsbehörden empfehlen Schwangeren, die tägliche Koffeinaufnahme auf maximal 200 mg zu begrenzen.
Koffein passiert die Plazentaschranke und kann vom ungeborenen Kind nur eingeschränkt abgebaut werden, da dem Fötus die notwendigen Leberenzyme fehlen. Eine übermäßige Koffeinzufuhr wird mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburt, Frühgeburt sowie einem niedrigen Geburtsgewicht in Verbindung gebracht.
Grüner Tee enthält hohe Mengen an Catechinen, vor allem Epigallocatechingallat (EGCG). Studien weisen darauf hin, dass EGCG die Aufnahme und Verwertung von Folsaure (Vitamin B9) hemmen kann. Folsaure ist während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, essenziell für die Entwicklung des Neuralrohrs beim Kind. Ein Folsauremangel erhöht das Risiko für schwere Fehlbildungen wie Spina bifida.
Aus diesem Grund sollten Schwangere grünen Tee nicht kurz vor oder nach der Einnahme von Folsaurepraparaten trinken, um die Aufnahme des Vitamins nicht zu beeinträchtigen.
Die in grünem Tee enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) können die Aufnahme von nicht-hamem Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln erheblich hemmen. Da der Eisenbedarf während der Schwangerschaft stark ansteigt, ist eine ausreichende Eisenversorgung für die Gesundheit von Mutter und Kind besonders wichtig. Schwangere, die zu Eisenmangel neigen, sollten grünen Tee daher nicht gleichzeitig mit eisenreichen Mahlzeiten oder Eisenpraparaten trinken.
Besondere Vorsicht gilt bei Grüntee-Extrakten in Form von Kapseln oder Nahrungsergänzungsmitteln. Diese enthalten oft stark konzentrierte Mengen an Catechinen und Koffein, die weit über dem liegen, was durch normales Trinken aufgenommen wird. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat gewarnt, dass Grüntee-Extrakte mit mehr als 800 mg EGCG pro Tag Leberschaden verursachen können. Schwangeren wird daher dringend empfohlen, solche Extrakte zu vermeiden.
Abseits der Risiken besitzt grüner Tee auch Eigenschaften, die allgemein als gesundheitsfördernd gelten: Er enthält Antioxidantien, die Zellen vor oxidativem Stress schützen, und kann zur Entspannung beitragen. Diese Vorteile müssen jedoch gegen die oben genannten Risiken während der Schwangerschaft sorgfältig abgewogen werden.