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HA-Nahrung steht für hypoallergene Nahrung und bezeichnet eine spezielle Form der Säuglingsanfangsnahrung, bei der die enthaltenen Kuhmilchproteine enzymatisch aufgespalten (hydrolysiert) werden. Durch diesen Prozess entstehen kleinere Eiweißbausteine (Peptide), die vom Immunsystem des Säuglings weniger leicht als fremd erkannt werden. Dies kann die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Sensibilisierung verringern.
HA-Nahrung ist nicht mit therapeutischer Hydrolysatnahrung zu verwechseln, die bei bestehender Kuhmilcheiweißallergie eingesetzt wird. HA-Nahrung dient in erster Linie der Allergieprävention, also der Vorbeugung.
HA-Nahrung wird vor allem für Säuglinge empfohlen, bei denen ein erhöhtes Allergierisiko besteht, also wenn ein oder beide Elternteile oder Geschwister an Allergien, Neurodermitis oder Asthma leiden. Folgende Gruppen kommen besonders in Betracht:
Gesunde Säuglinge ohne Allergierisiko benötigen keine HA-Nahrung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt generell das ausschließliche Stillen für die ersten sechs Lebensmonate als beste Ernährungsform für Säuglinge.
Der entscheidende Unterschied zwischen herkömmlicher Säuglingsnahrung und HA-Nahrung liegt im Grad der Proteinhydrolyse. Bei der Herstellung werden die Molkenproteine oder Kaseinproteine aus Kuhmilch mithilfe von Enzymen in kleinere Bruchstücke zerlegt. Diese Bruchstücke (Peptide) sind für das noch unreife Immunsystem des Säuglings schwerer als Allergen zu erkennen.
Man unterscheidet zwischen:
HA-Nahrung erfüllt alle gesetzlich vorgeschriebenen Nährstoffanforderungen für Säuglingsanfangsnahrung gemäß der europäischen Richtlinien. Sie enthält:
Der Geschmack von HA-Nahrung kann leicht bitter oder anders als herkömmliche Nahrung sein, was manche Säuglinge zunächst ablehnen. Eine schrittweise Gewöhnung ist in solchen Fällen möglich.
Die Studienlage zur Wirksamkeit von HA-Nahrung bei der Vorbeugung von Allergien ist nicht einheitlich. Während ältere Studien einen positiven Effekt auf die Entstehung von Neurodermitis zeigten, kamen neuere Untersuchungen, insbesondere die GINI-Studie (German Infant Nutritional Intervention Study), zu differenzierteren Ergebnissen.
Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sowie die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA) bewerten die Evidenz wie folgt:
HA-Nahrung wird wie herkömmliche Säuglingsnahrung zubereitet und gefüttert. Die empfohlene Zubereitung richtet sich nach den Herstellerangaben auf der Verpackung. Grundsätzlich gilt:
HA-Nahrung gilt als sicher und gut verträglich für gesunde Säuglinge. Sie ist kein geeignetes Produkt für Babys mit einer bereits diagnostizierten Kuhmilcheiweißallergie – hier sind extensiv hydrolysierte oder aminoSäure-basierte Spezialnahrungen notwendig. Bei Verdacht auf eine bestehende Allergie sollte immer ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufgesucht werden.