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Ingwer (Zingiber officinale) ist eine weltweit verbreitete Heilpflanze, die seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin eingesetzt wird. In der Schwangerschaft wird Ingwer vor allem zur Linderung von Schwangerschaftsübelkeit (Nausea gravidarum) und morgendlichem Erbrechen genutzt. Er gilt in moderaten Mengen als eine der wenigen pflanzlichen Optionen, für die es klinische Hinweise auf Wirksamkeit und Sicherheit gibt. Dennoch sollten Schwangere einige wichtige Punkte beachten, bevor sie Ingwer regelmäßig einnehmen.
Die gesundheitlichen Eigenschaften des Ingwers werden hauptsächlich seinen bioaktiven Verbindungen zugeschrieben:
Es wird angenommen, dass Gingerole auf den 5-HT3-Rezeptor (Serotoninrezeptor) wirken und so die Übelkeit dämpfen. Zusätzlich scheint Ingwer die Magenentleerung zu fördern und die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts zu entspannen, was Blahüngen und Beschwerden reduzieren kann.
Schwangerschaftsübelkeit betrifft bis zu 80 % aller Schwangeren, insbesondere im ersten Trimester. Ingwer ist eine der am häufigsten untersuchten pflanzlichen Alternativen zu konventionellen Antiemetika und wird von verschiedenen Gesundheitsorganisationen als potenzielle unterstützende Maßnahme erwähnt.
Die meisten klinischen Studien haben Tagesdosen von 1.000 mg Ingwerextrakt (entsprechend etwa 1 bis 2 g getrocknetem Ingwer oder einem bis zwei Teintüten Ingwertee) untersucht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt eine allgemeine Tagesdosis von bis zu 4 g getrocknetem Ingwerrhizom als im Allgemeinen sicher für Erwachsene. Für Schwangere empfehlen viele Experten jedoch eine konservativere Tagesmenge von maximal 1 g (1.000 mg) Ingwerextrakt, um unnötige Risiken zu vermeiden.
Mehrere klinische Studien und systematische Übersichtsarbeiten haben die Wirksamkeit von Ingwer bei Schwangerschaftsübelkeit untersucht. Ein Cochrane-Review sowie weitere Meta-Analysen kamen zu dem Schluss, dass Ingwer die Übelkeit im Vergleich zu Placebo signifikant reduzieren kann, wenngleich die Evidenz nicht einheitlich ist. Im Vergleich zu Vitamin B6 (Pyridoxin), einem weiteren nicht-medikamentösen Ansatz, zeigten sich ähnliche Effekte.
Ingwer gilt in moderaten Nahrungsmengen für die meisten Schwangeren als sicher. Dennoch bestehen einige Unsicherheiten, die Beachtung verdienen:
Als Teil einer ausgewogenen Schwangerschaftsernährung kann Ingwer in der Küche bedenkenlos verwendet werden – etwa in Suppen, Currygerichten, Smoothies oder als Tee. Die kulinarischen Mengen liegen dabei in der Regel weit unterhalb therapeutischer Dosen und sind für Schwangere unproblematisch. Wer Ingwer als Nahrungsergänzungsmittel oder in konzentrierter Form (Kapseln, Extrakte) einnehmen möchte, sollte vor der Anwendung Arzt oder Hebamme konsultieren.