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Die Käseschmiere, medizinisch als Vernix caseosa bezeichnet, ist eine weißlich-gelbliche, cremige Substanz, die die Haut von Neugeborenen bei der Geburt bedeckt. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "käsiger Firnis". Sie bildet sich bereits ab der etwa 17. Schwangerschaftswoche auf der Haut des Ungeborenen und besteht aus einem Gemisch aus Talg (Sebum), abgestorbenen Hautzellen (Korneozyten) und verschiedenen Proteinen sowie Lipiden (Fetten).
Die Menge der Käseschmiere variiert je nach Gestationsalter: Frühgeborene sind meist stärker damit bedeckt, während sie bei übertragenen Kindern kaum noch vorhanden ist, da sie vom Fruchtwasser resorbiert wird.
Die Vernix caseosa setzt sich ungefähr wie folgt zusammen:
Diese einzigartige Zusammensetzung macht die Käseschmiere zu einem hochspezialisierten biologischen Schutzstoff.
Während der Schwangerschaft schützt die Vernix caseosa die empfindliche Haut des Ungeborenen vor dem Aufweichen durch das Fruchtwasser, in dem das Baby monatelang schwimmt. Sie wirkt dabei ähnlich wie eine natürliche Feuchtigkeitscreme und verhindert, dass die Haut zu sehr austrocknet oder mazeriert (aufweicht).
Die in der Käseschmiere enthaltenen antimikrobiellen Peptide bieten dem Neugeborenen einen ersten Schutz vor Bakterien, Pilzen und Viren. Sie hemmen das Wachstum potenziell schädlicher Mikroorganismen auf der Hautoberßläche und unterstützen damit das noch unreife Immunsystem des Säuglings.
Während des Geburtsvorgangs wirkt die Vernix caseosa als natürliches Gleitmittel, das dem Baby die Passage durch den Geburtskanal erleichtert. Sie reduziert die mechanische Belastung auf die empfindliche Haut des Kindes.
Nach der Geburt hilft die Käseschmiere, Wärmeverluste des Neugeborenen zu reduzieren und die Hautfeuchtigkeit zu erhalten. Studien zeigen, dass das Einmassieren der Vernix in die Haut des Neugeborenen die Hautbarrierefunktion verbessert und den pH-Wert der Haut reguliert, was die Ansiedelung eines gesunden Hautmikrobioms fördert.
Früher wurde die Käseschmiere unmittelbar nach der Geburt routinemäßig abgewaschen. Heute empfehlen führende Gesundheitsorganisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die American Academy of Pediatrics (AAP), die Vernix caseosa nach der Geburt nicht sofort zu entfernen, sondern sie für mindestens 6 bis 24 Stunden auf der Haut des Neugeborenen zu belassen oder sanft in die Haut einzumassieren.
Das erste Bad des Neugeborenen sollte daher nicht unmittelbar nach der Geburt stattfinden, sondern erst nach dieser Wartezeit, um die schützenden Eigenschaften der Vernix caseosa vollständig zu nutzen.
Bei Frühgeborenen ist die Haut noch deutlich unreifer und empfindlicher. Die oft reichlicher vorhandene Käseschmiere spielt hier eine besonders wichtige Rolle für den Schutz der fragilen Hautbarriere. Medizinisches Personal in Neonatologieabteilungen ist daher besonders bemüht, die Vernix bei Frühgeborenen zu erhalten und nicht frühzeitig zu entfernen.