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Kuhmilch gehört zu den am häufigsten konsumierten tierischen Lebensmitteln weltweit. Für Säuglinge im ersten Lebensjahr ist sie als Hauptnahrungsquelle jedoch nicht geeignet. Die Zusammensetzung der Kuhmilch unterscheidet sich erheblich von der Muttermilch und kann die noch unreifen Nieren und den Verdauungstrakt eines Babys belasten. Eltern sollten daher genau wissen, ab wann und in welcher Form Kuhmilch in die Ernährung ihres Kindes einbezogen werden kann.
Kuhmilch enthält im Vergleich zur Muttermilch einen deutlich höheren Anteil an Protein und Mineralstoffen, insbesondere Natrium, Kalium, Phosphor und Chlorid. Diese sogenannte hohe "Nierenlast" überfordert die noch nicht vollständig ausgereiften Nieren eines Säuglings. Zudem enthält Kuhmilch zu wenig Eisen, Vitamin C und essenzielle Fettsäuren, die für die Entwicklung des Gehirns und des Immunsystems des Babys unentbehrlich sind. Ein regelmäßiger Konsum von Kuhmilch als Hauptnahrung kann bei Säuglingen zu Eisenmangelanämie führen, da Kuhmilch zum einen wenig Eisen enthält und zum anderen die Eisenaufnahme aus anderen Lebensmitteln hemmen kann. Außerdem kann die Darmschleimhaut von Säuglingen durch Kuhmilchproteine gereizt werden, was zu kleinen Blutungen im Darm führen kann.
Die wichtigsten Ernährungsempfehlungen für Säuglinge im ersten Lebensjahr lauten:
Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr kann Kuhmilch in die Ernährung des Kindes aufgenommen werden. Folgendes sollte dabei beachtet werden:
Einige Babys reagieren allergisch auf die Proteine der Kuhmilch, insbesondere auf Casein und Molkenproteine wie Beta-Lactoglobulin. Die Kuhmilchproteinallergie (KMPA) ist eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien im Säuglingsalter und betrifft etwa 2–3 % aller Säuglinge. Typische Symptome sind:
Bei Verdacht auf eine Kuhmilchproteinallergie sollte umgehend ein Kinderarzt oder Allergologe aufgesucht werden. In solchen Fällen werden spezielle hypoallergene Säuglingsnahrungen (HA-Nahrung) oder extensiv hydrolysierte Nahrungen empfohlen. Die Laktoseintoleranz – also die Unverträglichkeit des Milchzuckers Laktose – ist bei Säuglingen hingegen sehr selten und meist eine vorübergehende Erscheinung nach einer Darmerkrankung.
Obwohl Kuhmilch als Getränk erst ab dem 12. Lebensmonat empfohlen wird, kann sie in kleinen Mengen bereits ab dem 6. bis 7. Monat als Zutat in der Beikost verwendet werden, zum Beispiel:
Der Milch-Getreide-Brei ist ein bewährter Bestandteil des deutschen Beikostplans und liefert dem Baby zusätzliche Energie, Calcium und Jod. Es wird empfohlen, dabei jodiertes Speisesalz in geringen Mengen oder jodreiche Nahrungsquellen zu verwenden, da Kuhmilch selbst nicht ausreichend Jod liefert.