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Laktationsberaterin

Was ist eine Laktationsberaterin?

Eine Laktationsberaterin ist eine speziell ausgebildete Fachkraft im Bereich der Stillberatung und Laktation (Milchbildung). Sie unterstützt Mütter dabei, das Stillen erfolgreich zu beginnen, aufrechtzuerhalten und auftretende Schwierigkeiten zu überwinden. Laktationsberaterinnen arbeiten in Krankenhäusern, Geburtshäusern, Hebammenpraxen, Beratungsstellen sowie in freier Praxis.

Die international anerkannte Qualifikation ist der Titel IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant). Dieser wird von der Organisation IBLCE (International Board of Lactation Consultant Examiners) vergeben und setzt eine umfangreiche theoretische Ausbildung sowie praktische Erfahrungsstunden im Bereich Stillberatung voraus.

Ausbildung und Qualifikation

Um den IBCLC-Titel zu erlangen, müssen Interessierte eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen:

  • Abschluss in einem Gesundheitsberuf (z. B. Hebamme, Kinderkrankenschwester, Ärztin)
  • Absolvierung von mindestens 90 Stunden spezifischer Laktationsausbildung
  • Nachweis von 300 bis 1.000 klinischen Stunden in der Stillberatung (je nach Bildungsweg)
  • Bestehen einer internationalen Prüfung
  • Regelmäßige Rezertifizierung alle fünf Jahre

Neben dem IBCLC-Titel gibt es in deutschsprachigen Ländern auch Qualifikationen wie die Still- und Laktationsberaterin DAIS (Deutsche Akademie für Stillberatung und Laktationsmanagement) oder ähnliche national anerkannte Abschlüsse.

Aufgaben und Beratungsbereiche

Das Leistungsspektrum einer Laktationsberaterin ist breit gefächert und umfasst unter anderem:

  • Anlegen und Stillpositionen: Unterstützung beim richtigen Anlegen des Babys an die Brust, um eine effektive Milchübertragung und Schmerzvermeidung zu gewährleisten
  • Milchbildung und Milchmenge: Beratung bei zu geringer oder zu starker Milchproduktion (Hypogalaktie oder Hyperlaktation)
  • Stillprobleme: Hilfe bei Brustwarzenrissen, Milchstau, Mastitis (Brustdrüsenentzündung) oder flachen bzw. eingezogenen Brustwarzen
  • Ernährung des Säuglings: Überwachung der Gewichtszunahme und Beurteilung der ausreichenden Ernährung des Kindes
  • Frühgeborene und kranke Säuglinge: Begleitung beim Stillen von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt
  • Zungenbandproblematik: Erkennung und Beratung bei Ankyloglossis (zu kurzem Zungenband), das das Stillen erschweren kann
  • Abstillen: Unterstützung beim behutsamen Beenden des Stillens
  • Milchpumpen und Zufüttern: Beratung zum Abpumpen der Muttermilch und zur Ergänzungsernährung

Wann sollte man eine Laktationsberaterin aufsuchen?

Eine Laktationsberaterin kann sowohl vorsorglich als auch bei bestehenden Problemen hinzugezogen werden. Typische Gründe für eine Beratung sind:

  • Schmerzen beim Stillen oder wunde Brustwarzen
  • Das Baby nimmt nicht ausreichend zu oder verliert Gewicht
  • Eindruck, dass die Milchmenge nicht ausreicht
  • Milchstau oder Anzeichen einer Brustentzündung
  • Das Baby legt sich nicht richtig an oder verweigert die Brust
  • Frühgeburt oder besondere medizinische Situationen des Kindes
  • Vorbereitung auf das Stillen während der Schwangerschaft

Bedeutung des Stillens für Mutter und Kind

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen, Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen und das Stillen bis mindestens zum Ende des ersten Lebensjahres fortzuführen. Muttermilch liefert optimale Nährstoffe, Antikörper und bioaktive Stoffe, die das Immunsystem des Kindes stärken und langfristig das Risiko für Allergien, Übergewicht und verschiedene Erkrankungen senken können.

Für die Mutter ist Stillen mit einem reduzierten Risiko für Brust- und Eierstöckkrebs sowie Typ-2-Diabetes verbunden. Die Unterstützung durch eine erfahrene Laktationsberaterin kann entscheidend dazu beitragen, Stillhindernisse zu überwinden und die Stilldauer zu verlängern.

Kosten und Kostenerstattung

In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen in der Regel die Kosten für Stillberatung durch Hebammen. Leistungen einer freiberuflichen IBCLC-Laktationsberaterin können je nach Krankenkasse ganz oder teilweise erstattet werden. Es empfiehlt sich, vorab Rücksprache mit der eigenen Krankenkasse zu halten. In Österreich und der Schweiz gelten jeweils eigene Regelungen zur Kostenerstattung.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Breastfeeding. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/breastfeeding (Zugriff 2024)
  2. International Board of Lactation Consultant Examiners (IBLCE): About IBCLC Certification. Verfügbar unter: https://iblce.org (Zugriff 2024)
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Stillen und Beikost. Verfügbar unter: https://www.dge.de (Zugriff 2024)
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