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Eine Laktationsberaterin ist eine speziell ausgebildete Fachkraft im Bereich der Stillberatung und Laktation (Milchbildung). Sie unterstützt Mütter dabei, das Stillen erfolgreich zu beginnen, aufrechtzuerhalten und auftretende Schwierigkeiten zu überwinden. Laktationsberaterinnen arbeiten in Krankenhäusern, Geburtshäusern, Hebammenpraxen, Beratungsstellen sowie in freier Praxis.
Die international anerkannte Qualifikation ist der Titel IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant). Dieser wird von der Organisation IBLCE (International Board of Lactation Consultant Examiners) vergeben und setzt eine umfangreiche theoretische Ausbildung sowie praktische Erfahrungsstunden im Bereich Stillberatung voraus.
Um den IBCLC-Titel zu erlangen, müssen Interessierte eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen:
Neben dem IBCLC-Titel gibt es in deutschsprachigen Ländern auch Qualifikationen wie die Still- und Laktationsberaterin DAIS (Deutsche Akademie für Stillberatung und Laktationsmanagement) oder ähnliche national anerkannte Abschlüsse.
Das Leistungsspektrum einer Laktationsberaterin ist breit gefächert und umfasst unter anderem:
Eine Laktationsberaterin kann sowohl vorsorglich als auch bei bestehenden Problemen hinzugezogen werden. Typische Gründe für eine Beratung sind:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen, Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen und das Stillen bis mindestens zum Ende des ersten Lebensjahres fortzuführen. Muttermilch liefert optimale Nährstoffe, Antikörper und bioaktive Stoffe, die das Immunsystem des Kindes stärken und langfristig das Risiko für Allergien, Übergewicht und verschiedene Erkrankungen senken können.
Für die Mutter ist Stillen mit einem reduzierten Risiko für Brust- und Eierstöckkrebs sowie Typ-2-Diabetes verbunden. Die Unterstützung durch eine erfahrene Laktationsberaterin kann entscheidend dazu beitragen, Stillhindernisse zu überwinden und die Stilldauer zu verlängern.
In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen in der Regel die Kosten für Stillberatung durch Hebammen. Leistungen einer freiberuflichen IBCLC-Laktationsberaterin können je nach Krankenkasse ganz oder teilweise erstattet werden. Es empfiehlt sich, vorab Rücksprache mit der eigenen Krankenkasse zu halten. In Österreich und der Schweiz gelten jeweils eigene Regelungen zur Kostenerstattung.