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Laktoseintoleranz beim Baby beschreibt die Unfähigkeit des säuglichen Verdauungssystems, Laktose (Milchzucker) ausreichend zu verdauen. Laktose ist der Hauptkohlenhydrat in Muttermilch und herkömmlicher Säuglingsnahrung. Um Laktose abzubauen, benötigt der Körper das Enzym Laktase, das im Dünndarm produziert wird. Ist dieses Enzym nicht in ausreichender Menge vorhanden, gelangt unverdaute Laktose in den Dickdarm, wo sie von Bakterien vergoren wird. Dies führt zu typischen Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall.
Bei Babys ist echte Laktoseintoleranz verhältnismäßig selten. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen, da nicht jede Laktosereaktion beim Säugling dieselbe Ursache hat.
Diese sehr seltene Form ist genetisch bedingt und äußert sich bereits unmittelbar nach der Geburt. Das Baby produziert von Geburt an kaum oder keine Laktase. Diese Form erfordert sofortige ärztliche Behandlung und den vollständigen Verzicht auf laktosehaltige Nahrung.
Frühgeborene (vor der 34. Schwangerschaftswoche) haben häufig noch keine vollständig ausgereifte Laktaseproduktion. Diese Form bessert sich in der Regel, sobald das Baby sein ursprüngliches Geburtsreifealter erreicht hat.
Diese Form tritt als Folge einer anderen Erkrankung auf, die die Dünndarmschleimhaut schädigt, zum Beispiel nach einem Magen-Darm-Infekt, bei Zöliakie oder nach Antibiotikabehandlungen. Nach Abheilung der Grunderkrankung normalisiert sich die Laktasefunktion häufig wieder.
Einige gestillte Babys reagieren auf einen Überschuss an laktosereicher Vordermilch, wenn sie nicht ausreichend die fettreiche Hintermilch erhalten. Dies ist keine echte Laktoseintoleranz, sondern ein Ungleichgewicht beim Stillen, das durch angepasste Stillweise behoben werden kann.
Die Symptome einer Laktoseintoleranz beim Baby können denen einer Kuhmilchallergie oder anderer Verdauungsprobleme ähneln. Typische Anzeichen sind:
Diese Symptome treten in der Regel kurz nach der Mahlzeit auf und sollten stets ärztlich abgeklärt werden, da sie auch andere Ursachen haben können.
Die Diagnose wird durch einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin gestellt. Folgende Untersuchungen können eingesetzt werden:
Muttermilch enthält natürlicherweise Laktose und ist trotzdem die beste Nahrung für Säuglinge. Bei echter Laktoseintoleranz kann der Arzt oder die Ärztin Laktase-Tropfen empfehlen, die der Muttermilch zugegeben werden, bevor das Baby trinkt. Ein vollständiger Stillstopp ist in den meisten Fällen nicht notwendig.
Bei bestätigter Laktoseintoleranz wird auf eine laktosefreie oder laktosereduzierte Säuglingsnahrung (sogenannte HA-Nahrung oder Spezialnahrung auf Sojaprotein- oder Aminosurebasis) umgestellt. Die Wahl der Nahrung sollte immer ärztlich begleitet werden.
Hier steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Nach der Erholung der Darmschleimhaut kann in der Regel schrittweise wieder laktosehaltige Nahrung eingeführt werden.
Eltern sollten umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn das Baby:
Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um Mangelernährung und Entwicklungsstörungen zu verhindern.