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Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Listeria monocytogenes ausgelöst wird. Während gesunde Erwachsene die Infektion oft ohne schwere Symptome überstehen, gehören Schwangere zu den besonders gefährdeten Gruppen. Das Bakterium kann die Plazentaschranke überwinden und das ungeborene Kind direkt infizieren, was zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Schwangere haben ein bis zu 20-mal höheres Risiko für eine Listeriose als die allgemeine Bevölkerung.
Listeria monocytogenes ist ein Bakterium, das in der Umwelt weit verbreitet ist und vor allem über kontaminierte Lebensmittel aufgenommen wird. Besonders riskante Lebensmittel sind:
Listeria monocytogenes ist besonders gefährlich, da das Bakterium auch bei Kühlschranktemperaturen überleben und sich vermehren kann. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten, jedoch kann die Infektion von der Mutter über die Plazenta oder den Geburtskanal auf das ungeborene oder neugeborene Kind übergehen.
Bei Schwangeren verläuft die Listeriose häufig mit unspezifischen Symptomen, die leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden können:
In schweren Fällen kann es zu einer Sepsis (Blutvergiftung) oder Meningitis (Hirnhautentzündung) kommen. Wichtig: Die Mutter kann trotz einer aktiven Infektion relativ wenige Symptome zeigen, während das Kind bereits ernsthaft betroffen ist.
Die Listeriose in der Schwangerschaft kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen, darunter:
Das Risiko für das Kind ist besonders hoch, wenn die Infektion im dritten Trimester auftritt. Eine frühzeitige Behandlung der Mutter kann das Risiko für das Kind jedoch deutlich senken.
Die Diagnose einer Listeriose erfolgt durch den Nachweis des Bakteriums im Labor. Typische diagnostische Maßnahmen umfassen:
Da die Symptome unspezifisch sind, ist es wichtig, dass Schwangere bei Fieber oder grippeartigen Beschwerden umgehend ärztliche Hilfe suchen und auf die Möglichkeit einer Listeriose hinweisen.
Die Listeriose wird mit Antibiotika behandelt. Das Mittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft ist Ampicillin, oft in Kombination mit Gentamicin zur Verstärkung der Wirkung. Die Behandlung muss schnell begonnen werden, um Komplikationen für Mutter und Kind zu vermeiden. Eine frühzeitige und konsequente Antibiotikabehandlung kann die Prognose für das ungeborene Kind erheblich verbessern.
Cephalosporine sind gegen Listeria monocytogenes nicht wirksam und dürfen daher nicht eingesetzt werden.
Die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung einer Listeriose ist die Vermeidung von riskanten Lebensmitteln während der Schwangerschaft. Schwangere sollten folgende Empfehlungen beachten:
Schwangere sollten bei folgenden Symptomen umgehend medizinische Hilfe suchen:
Besonders wichtig: Wenn eine Schwangere möglicherweise kontaminierte Lebensmittel zu sich genommen hat und dann Symptome entwickelt, sollte sie ihren Arzt oder ihre Ärztin sofort informieren und auf den möglichen Zusammenhang hinweisen.