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Mekonium – umgangssprachlich auch als Kindspech bezeichnet – ist der erste Darminhalt eines Neugeborenen. Es handelt sich um eine zähe, dunkelgrüne bis schwarze Substanz, die sich bereits während der Schwangerschaft im Darm des ungeborenen Kindes ansammelt. Mekonium ist geruchlos und enthält keine Bakterien, da der Darm des Fetus im Mutterleib steril ist.
Mekonium setzt sich aus verschiedenen Stoffen zusammen, die das ungeborene Kind während der Schwangerschaft aufnimmt oder produziert:
Unter normalen Umständen wird Mekonium nach der Geburt innerhalb der ersten 24 bis 48 Lebensstunden abgesetzt. Wenn ein Neugeborenes kein Mekonium innerhalb dieser Zeitspanne absetzt, kann dies auf eine Darmfehlbildung oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen, die ärztlich abgeklärt werden müssen.
In manchen Fällen – insbesondere unter Stresssituationen wie Sauerstoffmangel (fetale Hypoxie) während der Geburt – kann das ungeborene Kind Mekonium bereits vor oder während der Geburt in das Fruchtwasser abgeben. Dieses Ereignis nennt man Mekoniumabgang unter der Geburt und tritt häufiger bei übertragenen Schwangerschaften (nach der 42. Schwangerschaftswoche) auf.
Das Mekoniumaspirationssyndrom (MAS) entsteht, wenn das Neugeborene mekoniumhaltiges Fruchtwasser einatmet. Dies kann zu ernsthaften Atemwegsproblemen führen, da das zähe Mekonium die Atemwege verlegen und eine Lungenentzündung (Pneumonitis) ausloesen kann. Symptome des MAS umfassen:
Bei einem diagnostizierten MAS erfolgt die Behandlung in einer neonatologischen Intensivstation. Maßnahmen können umfassen:
Mekonium wird in der modernen Medizin auch als diagnostisches Material eingesetzt. Da sich im Mekonium Substanzen aus der gesamten Schwangerschaft ansammeln, kann es Aufschluss geben über:
Bei Neugeborenen mit Mukoviszidose (zystische Fibrose) kann ein sogenannter Mekoniumileus auftreten. Dabei verstopft besonders zähes Mekonium den Dünndarm und verhindert dessen Passage. Ein Mekoniumileus ist in etwa 15–20 % der Fälle ein erstes Zeichen einer Mukoviszidose und muss chirurgisch oder durch spezielle Einläufe behandelt werden.