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MFGM steht für Milk Fat Globule Membrane (Milchfettglobulärmembran) und bezeichnet die bioaktive Dreischichtmembran, die Fetttröpfchen in der Muttermilch sowie in Kuhmilch umhüllt. Diese Membranstruktur besteht aus einer einzigartigen Kombination von Phospholipiden, Sphingolipiden, Glykoproteinen, Cholesterin und spezifischen Proteinen. MFGM gilt als einer der wertvollsten bioaktiven Bestandteile der Muttermilch und gewinnt in der Ernährungswissenschaft sowie in der Entwicklung von Säuglingsnahrung zunehmend an Bedeutung.
Die Membran setzt sich aus mehreren Schichten zusammen und enthält eine Vielzahl biologisch aktiver Moleküle:
Diese Zusammensetzung macht MFGM zu einem funktionell sehr vielseitigen Nahrungsbestandteil mit nachgewiesenen biologischen Wirkungen auf mehrere Körpersysteme.
Ganglioside und Sphingomyelin, zwei wichtige Bestandteile von MFGM, sind essenziell für die Myelinisierung von Nervenfasern, also den Aufbau der Schutzhülle um Nervenleitungen im Gehirn. Klinische Studien zeigen, dass eine MFGM-Ergänzung bei Säuglingen und Kleinkindern die kognitive Entwicklung, Sprache und Motorik positiv beeinflussen kann. Besonders in den ersten 1.000 Lebenstagen spielt MFGM eine kritische Rolle für die Hirnreifung.
Proteine wie Laktadhärin und Mucin 1 zeigen antivirale und antibakterielle Eigenschaften. Sie können Krankheitserreger binden und deren Anheftung an Darmzellen verhindern. Klinische Untersuchungen belegen, dass MFGM-haltige Säuglingsnahrung die Häufigkeit von Ohrinfektionen (Otitis media) und Atemwegsinfektionen bei Säuglingen reduzieren kann.
MFGM-Phospholipide unterstützen die Integrität der Darmschleimhaut und fördern ein gesundes Darmmikrobiom. Sphingolipide haben zudem entzündungshemmende Eigenschaften und können zur Regulation der Darmbarrierefunktion beitragen.
Sphingomyelin in MFGM kann die intestinale Absorption von Cholesterin hemmen und hat in experimentellen Studien lipidsenkendes Potenzial gezeigt. Dies könnte langfristig zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.
Konventionelle Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis enthält im Vergleich zu Muttermilch deutlich weniger MFGM, da bei der industriellen Verarbeitung von Milch die Membranstrukturen größtenteils zerstört werden. Die Anreicherung von Säuglingsnahrung mit MFGM-Isolaten aus Molke oder Buttermilch ist daher Gegenstand intensiver Forschung. Mehrere randomisierte kontrollierte Studien (RCT) zeigen, dass MFGM-angereicherter Nahrung das kognitive Profil von Säuglingen dem von gestillten Kindern annähert.
MFGM kommt natürlicherweise in folgenden Lebensmitteln vor:
MFGM gilt als sicher und gut verträglich für Säuglinge, Kinder und Erwachsene. Als natürlicher Bestandteil der Muttermilch ist MFGM sehr gut untersucht. Personen mit einer Kuhmilchallergie sollten jedoch MFGM-haltige Produkte auf Kuhmilchbasis meiden und ärztlichen Rat einholen. Es sind keine bekannten Toxizitätsrisiken bei normaler Nahrungsaufnahme beschrieben.