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Muttermilchstuhl beschreibt den charakteristischen Stuhlgang von Säuglingen, die ausschließlich oder überwiegend gestillt werden. Er unterscheidet sich deutlich vom Stuhl von Kindern, die mit Flaschenmilch oder Pre-Nahrung ernährt werden, und gilt als wichtiger Indikator für die Gesundheit und ausreichende Nahrungsversorgung des Säuglings.
Der typische Muttermilchstuhl weist folgende Merkmale auf:
Der Stuhlgang eines Säuglings verändert sich in den ersten Lebenstagen und -wochen deutlich:
Das Mekonium ist der erste Stuhlgang des Neugeborenen. Er ist schwarzgrün, teeartig zäh und geruchlos. Es handelt sich um angesammelten Darminhalt aus der Schwangerschaft (Fruchtwasser, Schleim, abgestorbene Zellen).
Mit dem Einsetzen der Muttermilchproduktion wechselt der Stuhl von schwarzüber grün zu gelb. Diese Phase wird als Übergangsstuhl bezeichnet.
Ab etwa dem fünften Lebenstag zeigt sich der typische goldgelbe, weiche Muttermilchstuhl. In den ersten Wochen haben viele gestillte Säuglinge nach fast jeder Mahlzeit Stuhlgang. Ab dem zweiten bis dritten Lebensmonat kann die Häufigkeit auf einmal täglich oder noch seltener abnehmen – dies ist bei gestillten Kindern normal und kein Zeichen für Verstopfung.
Die Zusammensetzung der Muttermilch beeinflusst den Darm des Säuglings direkt. Muttermilch enthält:
Diese Kombination führt zu einem weichen, säuerlichen Stuhl mit charakteristischer Farbe. Flaschenmilch führt hingegen oft zu festerem, öfter braun-gelbem oder beigem Stuhl mit einem intensiveren Geruch.
Folgende Variationen gelten bei gestillten Säuglingen als völlig normal:
Bestimmte Veränderungen des Stuhls können auf gesundheitliche Probleme hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden:
Neben dem Stuhlgang wird auch die Zahl nasser Windeln als Hinweis auf eine ausreichende Milchmenge gewertet. Ab dem fünften Lebenstag sollten gestillte Säuglinge in der Regel mindestens 6 nasse und 3–4 schmutzige Windeln pro Tag haben. Häufiger, gut aussehender Muttermilchstuhl ist ein positives Zeichen dafür, dass das Kind genügend Muttermilch erhält.
Die Ernährung der stillenden Mutter kann die Farbe und Konsistenz des Muttermilchstuhls beeinflussen. Bestimmte Lebensmittel wie Spinat, Rüben oder bestimmte Gewürze können den Stuhl des Kindes färben. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Mutter (z.B. bei Kuhmilchprotein) können sich im Stuhl des Säuglings zeigen, etwa durch schleimigen oder blutigen Stuhl.