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Nabelentzündung beim Baby

Was ist eine Nabelentzündung beim Baby?

Die Nabelentzündung beim Baby, medizinisch als Omphalitis bezeichnet, ist eine Infektion des Nabels und des umliegenden Gewebes bei Neugeborenen und Säuglingen. Sie entsteht meist in den ersten Lebenswochen, wenn der Nabelstumpf – der Rest der Nabelschnur nach der Geburt – noch nicht vollständig abgeheilt ist. Da der Nabel in dieser Phase eine offene Wunde darstellt, können Bakterien leicht eindringen und eine Entzündung verursachen. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um schwerwiegendere Komplikationen zu verhindern.

Ursachen

Die häufigste Ursache der Nabelentzündung beim Baby ist eine bakterielle Infektion. Typische Erreger sind:

  • Staphylococcus aureus (einschließlich MRSA)
  • Streptococcus pyogenes
  • Escherichia coli
  • Klebsiella pneumoniae

Begünstigende Faktoren sind unter anderem:

  • Ungenügende Nabelpflege nach der Geburt
  • Feuchtigkeit oder Verschmutzung im Nabelbereich
  • Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht
  • Hausgeburt ohne ausreichende hygienische Bedingungen
  • Schwäches Immunsystem des Neugeborenen

Symptome

Eltern sollten den Nabel ihres Babys in den ersten Lebenswochen regelmäßig beobachten. Typische Anzeichen einer Nabelentzündung sind:

  • Rötung und Schwellung rund um den Nabel
  • Wärmegefühl im entzündeten Bereich
  • Eitriger oder übelriechender Ausfluss aus dem Nabel
  • Fieber beim Baby
  • Schmerzhaftigkeit beim Berühren des Nabels
  • Allgemeine Verhaltensänderungen wie Trinkunlust, Unruhe oder erhöhte Schläfrigkeit

Ein leicht feuchter oder leicht gelblicher Nabelstumpf kurz vor dem Abfallen ist in der Regel normal. Erst bei deutlicher Rötung, Eiterung oder Fieber ist sofortige ärztliche Beratung notwendig.

Diagnose

Die Diagnose einer Nabelentzündung beim Baby erfolgt in erster Linie durch eine körperliche Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Dabei werden die Ausbreitung der Rötung, Schwellung und möglicher Ausfluss beurteilt. Zusätzliche diagnostische Maßnahmen können sein:

  • Abstrich des Nabelsekrets zur bakteriologischen Untersuchung und Erregeridentifikation
  • Blutuntersuchung (z. B. Blutbild, CRP-Wert) zur Beurteilung des Ausmaßes der Infektion
  • Ultraschall des Bauchbereichs bei Verdacht auf tiefere Ausbreitung der Infektion

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Entzündung:

Leichte Fälle

Bei einer oberflächlichen Nabelentzündung ohne systemische Zeichen (ohne Fieber oder allgemeiner Krankheit) kann eine lokale antiseptische Behandlung ausreichen. Der Nabel wird regelmäßig gereinigt und mit einer geeigneten antiseptischen Lösung behandelt, die von der Ärztin oder dem Arzt empfohlen wird.

Mittelschwere bis schwere Fälle

Bei ausgeprägter Entzündung, Fieber oder dem Verdacht auf eine tiefer gehende Infektion ist eine antibiotische Therapie notwendig. Diese kann je nach Schweregrad oral (als Saft oder Tablette) oder intraös (als Infusion im Krankenhaus) verabreicht werden. In seltenen, schwerwiegenden Fällen wie einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder einer Sepsis ist eine sofortige stationäre Behandlung erforderlich.

Nabelpflege zur Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Nabelentzündung sollten Eltern folgende Pflegehinweise beachten:

  • Den Nabelbereich sauber und trocken halten
  • Den Nabelstumpf nicht mit der Windel bedecken
  • Händewaschen vor jeder Nabelversorgung
  • Keine übermäßige Reinigung mit aggressiven Mitteln
  • Den Nabelstumpf von selbst abfallen lassen und nicht daran ziehen

Wann sofort zum Arzt?

Eltern sollten umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn:

  • sich Rötung oder Schwellung schnell ausbreitet
  • das Baby Fieber über 38 °C entwickelt
  • eitriger oder übelriechender Ausfluss aus dem Nabel austritt
  • das Baby allgemein krank wirkt, nicht trinkt oder ungewohnt schmächtig ist

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Postnatal Care of the Mother and Newborn. WHO Guidelines, Genf, 2013. Verfügbar unter: https://www.who.int
  2. Mullany LC, Darmstadt GL, Tielsch JM: Role of antimicrobial applications to the umbilical cord in neonates to prevent bacterial colonization and infection: a review of the evidence. Pediatric Infectious Disease Journal, 2003; 22(11): 996-1002.
  3. Lauer BJ, Spector ND: Omphalitis. Pediatrics in Review, 2011; 32(9): 355-365.
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