Nummuläres Ekzem
Was ist das nummuläre Ekzem?
Das nummuläre Ekzem (auch: nummuläre Dermatitis oder discoides Ekzem) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch charakteristische, münzförmige (runde bis ovale) Hautveränderungen gekennzeichnet ist. Der Begriff „nummulär“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Münze“, was die typische Form der Hautflecken beschreibt. Die Erkrankung verläuft oft in Schüben und kann stark jucken, was die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.
Ursachen
Die genaue Ursache des nummulären Ekzems ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren, einer gestörten Hautbarriere und äußeren Reizen zur Entstehung beiträgt. Folgende Faktoren können das Auftreten begünstigen oder verschlimmern:
- Trockene Haut: Eine verminderte Hautfeuchtigkeit und eine gestörte Barrierefunktion gelten als wesentliche Auslöser.
- Allergische Reaktionen: Kontaktallergien, zum Beispiel auf Nickel, Duftstoffe oder bestimmte Konservierungsmittel, können das Ekzem auslösen.
- Infektionen: Bakterielle oder pilzbedingte Hautinfektionen können das Auftreten begünstigen.
- Umweltfaktoren: Kalte, trockene Luft im Winter, häufiges Waschen oder der Kontakt mit Reinigungsmitteln und Lösungsmitteln kann die Haut reizen.
- Stress: Psychischer Stress kann Ekzemschübe verstärken.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie Interferon oder bestimmte Antihypertensiva, wurden mit dem Auftreten des nummulären Ekzems in Verbindung gebracht.
Symptome
Das nummuläre Ekzem äußert sich durch typische Hautveränderungen, die häufig an den Armen, Beinen, Händen und dem Rumpf auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Runde bis ovale, münzförmige rote oder rötlich-braune Flecken auf der Haut
- Starker Juckreiz, der sich häufig nachts verstärkt
- Nässende, verkrustete oder schuppende Hautbereiche
- Trockenheit und Rissbildung in den betroffenen Regionen
- In schweren Fällen: Entzündungen und Infektionen durch Kratzen
Die Flecken können einzeln oder in Gruppen auftreten und variieren in ihrer Größe zwischen wenigen Millimetern und mehreren Zentimetern.
Diagnose
Die Diagnose des nummulären Ekzems erfolgt in erster Linie durch eine klinische Untersuchung durch einen Dermatologen (Hautarzt). Dabei werden das typische Erscheinungsbild und die Krankengeschichte des Patienten berücksichtigt. In manchen Fällen können zusätzliche Untersuchungen notwendig sein:
- Allergietests: Epikutantests (Pflastertests) zum Ausschluss von Kontaktallergien
- Hautabstrich: Zum Ausschluss bakterieller oder pilzbedingter Infektionen
- Hautbiopsie: In unklaren Fällen kann eine Gewebeprobe entnommen und untersucht werden, um andere Erkrankungen wie Psoriasis oder Pilzinfektionen auszuschließen
Behandlung
Das nummuläre Ekzem ist gut behandelbar, kann aber rückfällig sein. Die Therapie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Hautbarriere zu stärken und Auslöser zu vermeiden.
Basistherapie
- Hautpflege: Tägliches Eincremen mit rückfettenden, parfumfreien Feuchtigkeitscremes oder Emollientien zur Wiederherstellung der Hautbarriere
- Vermeidung von Auslösern: Identifikation und Meidung individueller Trigger wie Allergene, Reizstoffe oder bestimmte Textilien
Medikamentöse Therapie
- Topische Kortikosteroide: Kortisonhaltige Cremes oder Salben sind das Mittel der ersten Wahl zur Linderung von Entzündung und Juckreiz
- Topische Calcineurininhibitoren: Alternativ zu Kortison, besonders für empfindliche Hautbereiche wie das Gesicht (z. B. Tacrolimus oder Pimecrolimus)
- Antihistaminika: Zur Linderung des Juckreizes, insbesondere nachts
- Antibiotika: Bei zusätzlicher bakterieller Infektion der Ekzemherde
Weitere Therapiemöglichkeiten
- Lichttherapie (Phototherapie): UV-Bestrahlung kann bei ausgedehnten oder therapieresistenten Fällen eingesetzt werden
- Systemische Therapien: In schweren Fällen können systemisch wirkende Medikamente wie Ciclosporin oder Dupilumab in Betracht gezogen werden
Verlauf und Prognose
Das nummuläre Ekzem kann akut auftreten, aber auch einen chronischen Verlauf nehmen. Mit konsequenter Behandlung und Pflege können die meisten Patienten eine deutliche Besserung erzielen. Dennoch sind Rückfälle möglich, insbesondere bei Kontakt mit Auslösern oder in der kalten Jahreszeit. Langfristig ist eine gute Hautpflegeroutine entscheidend, um erneute Schübe zu verhindern.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit: Informationen zu Hauterkrankungen und Ekzemen. www.bundesgesundheitsministerium.de
- Bundesärztekammer / AWMF: Leitlinie „Neurodermitis“ (atopische Dermatitis) und verwandte Erkzeme. AWMF-Register Nr. 013-027, 2023.
- Metz M, Staubach P: Chronischer Pruritus und Ekzeme. In: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 7. Auflage 2018.