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PEKiP steht für Prager-Eltern-Kind-Programm und ist ein pädagogisches Gruppenangebot für Eltern mit Säuglingen im ersten Lebensjahr. Das Programm wurde in den 1970er Jahren von dem tschechischen Kinderarzt und Entwicklungspsychologen Jaroslav Koch in Prag entwickelt und später von dem deutschen Pädagogen Helmut Eicher und seiner Frau Georgés Weiss in Deutschland etabliert. PEKiP verbindet spielerische Förderung mit dem Aufbau einer stabilen Eltern-Kind-Beziehung und bietet gleichzeitig sozialen Austausch für Eltern.
PEKiP verfolgt mehrere zentrale Ziele, die auf die ganzheitliche Entwicklung des Säuglings sowie das Wohlbefinden der Eltern ausgerichtet sind:
PEKiP-Gruppen werden von ausgebildeten PEKiP-Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern geleitet und finden in der Regel einmal pro Woche statt. Eine Gruppe besteht typischerweise aus sechs bis acht Eltern-Kind-Paaren, deren Kinder ein ähnliches Alter haben.
Die Säuglinge liegen dabei unbekleidet auf einer angenehm temperierten, weichen Unterlage (sogenannte Wärmedecke, ca. 32 bis 34 Grad Celsius warm). Diese Umgebung ermöglicht dem Kind eine maximale Bewegungsfreiheit und intensives Erleben des eigenen Körpers. Eltern und Kinder führen gemeinsam spielerische Übungen durch, die auf das jeweilige Entwicklungsalter abgestimmt sind.
PEKiP basiert auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen über das erste Lebensjahr. In dieser Phase sind Säuglinge besonders aufnahmefähig für sensorische Reize und soziale Erfahrungen. Die Interaktion zwischen Elternteil und Kind spielt eine zentrale Rolle für die Ausbildung sicherer Bindungsmuster, die langfristig das emotionale Wohlbefinden und die soziale Entwicklung des Kindes beeinflussen.
Die spielerischen Übungen orientieren sich an den natürlichen Entwicklungsstufen des Säuglings und werden weder erzwungen noch beschleunigt. Im Vordergrund steht stets das individuelle Tempo und die Freude des Kindes an der Bewegung und am Kontakt.
Das Angebot richtet sich an Eltern oder andere primäre Bezugspersonen (z. B. Großeltern, Tagespflegepersonen) mit Säuglingen im Alter von der Geburt bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Eine Teilnahme ist unabhängig von Vorkenntnissen möglich. PEKiP-Gruppen werden häufig von Volkshochschulen, Familienbildungsstätten, Eltern-Kind-Zentren und freien Trägern angeboten.
Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass eine regelmäßige Teilnahme an PEKiP-Gruppen positiv zur frühkindlichen Entwicklung beitragen kann. Insbesondere die Steigerung der elterlichen Sensitivität – also der Fähigkeit, Signale des Kindes richtig zu deuten und angemessen zu reagieren – gilt als zentraler Wirkfaktor. Daneben berichten viele Eltern von einer Reduktion von Unsicherheiten und Stress im Umgang mit dem Säugling.
PEKiP ist kein therapeutisches, sondern ein präventives und förderndes Programm. Bei Entwicklungsauffälligkeiten oder medizinischen Fragen sollte immer eine Kinderarztpraxis konsultiert werden.