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Der Begriff Plagiozephalie stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „schiefer Kopf“. Bei Säuglingen bezeichnet er eine asymmetrische Verformung des Schädels, bei der eine Seite des Hinterkopfes oder der Stirn abgeflacht erscheint. Der Kopf des Babys wirkt von oben betrachtet häufig parallelogrammartig. Die Plagiozephalie gehört zu den sogenannten lagerungsbedingten Schädelverformungen (positionale Plagiozephalie) und tritt bei Säuglingen vergleichsweise häufig auf, da der kindliche Schädel in den ersten Lebensmonaten noch sehr weich und formbar ist.
Die häufigste Form ist die positionale oder lagerungsbedingte Plagiozephalie, die entsteht, wenn ein Baby dauerhaft in derselben Position liegt und dadurch einseitiger Druck auf den weichen Schädel wirkt. Weitere mögliche Ursachen sind:
Die Plagiozephalie ist in erster Linie ein äußerlich sichtbares Phänomen. Typische Anzeichen sind:
Schmerzen verursacht die lagerungsbedingte Plagiozephalie in der Regel nicht. Bei Verdacht auf eine Kraniosynostose können jedoch zusätzliche Symptome wie erhöhter Hirndruck auftreten.
Die Diagnose wird in den meisten Fällen durch eine klinische Untersuchung beim Kinderarzt oder Pädiater gestellt. Dabei wird der Schädel von verschiedenen Seiten beurteilt. Wichtig ist vor allem der Ausschluss einer Kraniosynostose, da diese eine spezifische Behandlung erfordert. Folgende Untersuchungen können eingesetzt werden:
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Verformung und dem Alter des Kindes. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind die Ergebnisse, da der Schädel in den ersten Lebensmonaten am formbarsten ist.
Bei leichter Plagiozephalie genügen oft einfache Maßnahmen: Das Baby sollte regelmäß&lig; umgelagert werden, damit der Druck auf verschiedene Schädelstellen verteilt wird. Hierzu zählen:
Bei zugrunde liegendem Torikollis (Schiefhals) ist eine krankengymnastische Behandlung besonders wichtig. Durch gezielte Übungen wird die Halsmuskulatur gedehnt und das Baby lernt, den Kopf in alle Richtungen gleichermaßen zu bewegen.
Bei ausgeprägter Plagiozephalie, die nicht auf konservative Maßnahmen anspricht, kann ein individuell angepasster Korrekturhelm (kranialer Orthese) eingesetzt werden. Der Helm übt sanften Gegendruck auf die erhöhten Schädelstellen aus und lässt gleichzeitig Raum für das Wachstum in den abgeflachten Bereichen. Die Therapie ist am wirksamsten zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat und wird meist über mehrere Monate täglich getragen.
Eine operative Behandlung ist ausschließlich bei der Kraniosynostose (pathologische Schädelnähte) indiziert und wird in spezialisierten Zentren durchgeführt. Die lagerungsbedingte Plagiozephalie erfordert keine Operation.
Die Prognose der positionalen Plagiozephalie ist in den meisten Fällen sehr gut. Mit konsequenter Lagerungstherapie und frühzeitigem Beginn der Behandlung normalisiert sich die Schädelform bei vielen Kindern im Laufe der ersten zwei Lebensjahre. Vorbeugend empfehlen Kinderrärzte: