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Räucherlachs gehört zu den beliebten Lebensmitteln, die in der Schwangerschaft jedoch mit besonderer Vorsicht betrachtet werden sollten. Der Grund liegt in der Verarbeitungsweise: Kalt geräucherter Lachs wird bei niedrigen Temperaturen behandelt und gilt daher ähnlich wie roher Fisch als potenziell riskant für Schwangere. Warm geräucherter Lachs hingegen wird bei höheren Temperaturen gegart und ist in der Regel unbedenklicher.
Das Hauptrisiko beim Verzehr von Räucherlachs in der Schwangerschaft ist eine mögliche Kontamination mit dem Bakterium Listeria monocytogenes. Listerien können bei gesunden Erwachsenen milde grippeähnliche Symptome verursachen, für Schwangere, das Ungeborene und Neugeborene jedoch schwerwiegende Folgen haben, darunter Frühgeburt, Fehlgeburt oder lebensbedrohliche Infektionen beim Kind.
Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die durch Listerien ausgelöst wird. In der Schwangerschaft verläuft sie häufig mit milden Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen oder Durchfall. Gefährlich ist sie vor allem deshalb, weil die Bakterien die Plazentaschranke überwinden und das ungeborene Kind direkt infizieren können. Mögliche Folgen sind:
Schwangere haben aufgrund der natürlichen Veränderungen des Immunsystems ein erhöhtes Risiko, an Listeriose zu erkranken.
Neben Listerien können in unzureichend behandeltem Lachs auch Parasiten (z. B. Anisakis-Würmer) vorkommen, die jedoch durch ausreichendes Erhitzen oder vorheriges Tiefgefrieren abgehötet werden. Darüber hinaus enthält Lachs, wie andere Meeresfische, geringe Mengen an Quecksilber. Lachs zählt jedoch im Vergleich zu Fischen wie Thunfisch oder Schwertfisch zu den Fischarten mit niedrigerem Quecksilbergehalt und ist in moderaten Mengen für Schwangere vertretbar.
Die meisten offiziellen Gesundheitsbehörden, darunter das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) und das Robert Koch-Institut (RKI), empfehlen Schwangeren, kalt geräucherten Lachs zu meiden oder nur vollständig durchgegarten Lachs zu verzehren. Folgende Punkte helfen, das Risiko zu minimieren:
Trotz der genannten Risiken bei kalt geräucherter Zubereitung ist Lachs generell ein nährstoffreiches Lebensmittel, das in der Schwangerschaft wertvolle Nährstoffe liefert:
Vollständig gegarter Lachs kann daher eine wertvolle Ergänzung des Speiseplans in der Schwangerschaft darstellen.
Wenn eine Schwangere nach dem Verzehr von Räucherlachs Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Durchfall oder Muskelschmerzen bemerkt, sollte sie umgehend ärztlichen Rat einholen. Eine Listeriose kann mit Antibiotika behandelt werden und ist bei frühzeitiger Diagnose gut therapierbar.