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Relaktation bezeichnet den Prozess, bei dem eine stillende Person die Brustmilchproduktion nach einer Unterbrechung oder nach dem vollständigen Abstillen wieder aufnimmt. Dies kann Wochen oder sogar Monate nach dem letzten Stillen oder Abpumpen gelingen. In manchen Fällen versuchen auch Personen, die ihr Kind nie oder kaum gestillt haben, durch Relaktation eine Milchproduktion aufzubauen – diesen Prozess bezeichnet man auch als induzierte Laktation.
Relaktation ist physiologisch möglich, weil die Brustdrüse auf wiederholte Stimulation reagiert und erneut Milch produzieren kann. Der Erfolg hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Dauer der Stillpause, das Alter des Kindes und die Häufigkeit der Brust- oder Pumpenreizung.
Es gibt viele verschiedene Gründe, weshalb Eltern eine Relaktation anstreben:
Der wichtigste Reiz für die Milchproduktion ist die regelmäßige Stimulation der Brustwarze und der Brust. Dabei spielen die Hormone Prolaktin (verantwortlich für die Milchbildung) und Oxytocin (verantwortlich für den Milchspendereflex) eine zentrale Rolle.
Der Zeitraum, bis wieder eine ausreichende Milchmenge vorhanden ist, variiert stark und hängt unter anderem davon ab, wie lange die Stillpause war, wie alt das Kind ist und wie konsequent die Brust stimuliert wird. In manchen Fällen sind erste Milchtropfen bereits nach wenigen Tagen spürbar, in anderen Fällen dauert es mehrere Wochen. Nicht immer gelingt eine vollständige Relaktation – auch eine Teilstillung kann jedoch für Mutter und Kind wertvoll sein.
Relaktation ist ein anspruchsvoller Prozess, der professionelle Begleitung erfordert. Folgende Fachpersonen können dabei helfen:
In manchen Fällen werden auch galaktogoge Substanzen (milchproduktionsfördernde Mittel) eingesetzt, etwa Domperidon oder pflanzliche Präparate wie Bockshornklee. Der Einsatz solcher Mittel sollte jedoch stets ärztlich begleitet werden, da sie Nebenwirkungen haben können.
Studien zeigen, dass Relaktation in vielen Fällen zumindest teilweise erfolgreich ist, besonders wenn das Kind noch jung ist und aktiv an der Brust saugen möchte. Entscheidend sind Motivation, regelmäßige Stimulation und eine gute Unterstützung. Es ist jedoch wichtig, realistische Erwartungen zu haben: Nicht jede Relaktation führt zu einer vollständigen Milchversorgung, und auch eine Teilstillung hat gesundheitliche Vorteile für das Kind.