Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü
0-9 A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W Z
Lexikon Navigation

Rooming-in

Was ist Rooming-in?

Rooming-in bezeichnet das gemeinsame Unterbringen von Mutter und Neugeborenem in demselben Krankenhaurzimmer nach der Geburt, in der Regel rund um die Uhr. Im Gegensatz zur früher verbreiteten Praxis, Neugeborene in zentralen Säuglingsstätionen getrennt von der Mutter unterzubringen, verbleibt das Kind beim Rooming-in direkt bei der Mutter. Dieses Konzept ist heute in vielen Geburtseinrichtungen weltweit Standard und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie dem UNICEF im Rahmen der Baby-Friendly Hospital Initiative (BFHI) ausdrücklich empfohlen.

Ziele und Vorteile des Rooming-in

Rooming-in verfolgt mehrere medizinisch und psychologisch bedeutsame Ziele, die sowohl der Mutter als auch dem Neugeborenen zugutekommen:

  • Förderung der Mutter-Kind-Bindung: Der unmittelbare und kontinuierliche Kontakt zwischen Mutter und Kind stärkt die emotionale Bindung (Bonding) und unterstützt eine stabile, sichere Beziehung.
  • Unterstützung des Stillens: Durch die räumliche Nähe kann die Mutter auf Hungerzeichen des Neugeborenen sofort reagieren und das Stillen nach Bedarf (sogenanntes Anlegen auf Verlangen) praktizieren. Dies fördert die Milchproduktion und erhöht die Stillrate.
  • Stabilisierung des Neugeborenen: Neugeborene, die bei der Mutter bleiben, zeigen häufig stabilere Vitalwerte, eine bessere Temperaturregulation und ruhigeres Schlafverhalten.
  • Reduktion von Infektionsrisiken: Eine gemeinsame Unterbringung kann das Risiko nosokomialer Infektionen (im Krankenhaus erworbene Infektionen) reduzieren, da der Kontakt mit Keimen fremder Personen in zentralen Säuglingsstationen verringert wird.
  • Vorbereitung auf den Alltag zu Hause: Eltern lernen bereits im Krankenhaus, auf die Bedürfnisse ihres Kindes einzugehen, was die Übergangsphase nach der Entlassung erleichtert.

Durchführung und Ablauf

Beim Rooming-in wird das Neugeborene direkt nach der Geburt – sofern der Gesundheitszustand von Mutter und Kind es erlaubt – im Zimmer der Mutter untergebracht. Das Bett oder Wägelchen des Neugeborenen steht in unmittelbarer Nähe des Bettes der Mutter. Pflegepersonal steht jederzeit zur Unterstützung bereit, besonders für erstmalige Mütter, die Anleitung beim Stillen, beim Wickeln oder beim Erkennen von kindlichen Bedürfnissen benötigen.

Vollständiges und partielles Rooming-in

Es wird zwischen zwei Varianten unterschieden:

  • Vollständiges Rooming-in: Das Neugeborene bleibt rund um die Uhr (24 Stunden) bei der Mutter.
  • Partielles Rooming-in: Das Kind verbringt nur einen Teil des Tages bei der Mutter und wird zeitweise in der Säuglingsstation betreut, zum Beispiel wenn die Mutter nach einem operativen Eingriff Erholung benötigt.

Voraussetzungen und Ausnahmen

Rooming-in ist in der Regel möglich, wenn Mutter und Kind gesund sind oder nur geringe medizinische Betreuung benötigen. In bestimmten Situationen kann eine vorrübergehende Trennung notwendig sein, zum Beispiel bei:

  • Frühgeborenen oder medizinisch instabilen Neugeborenen, die intensivmedizinische Betreuung (Neonatologie) benötigen
  • Schweren gesundheitlichen Komplikationen der Mutter nach der Geburt
  • Bestimmten Infektionskrankheiten der Mutter, die eine Übertragung auf das Kind verhindern sollen

In diesen Fällen wird angestrebt, den Kontakt zwischen Mutter und Kind so früh wie möglich wieder herzustellen.

Rooming-in und Stillen

Ein wesentlicher Vorteil des Rooming-in ist die enge Verbindung zum Stillverhalten. Studien zeigen, dass Mütter, die Rooming-in praktizieren, häufiger und länger stillen. Das frühzeitige Anlegen des Neugeborenen fördert die Ausschüttung von Oxytocin und Prolaktin – Hormonen, die für die Milchproduktion und die emotionale Bindung entscheidend sind. Die WHO und UNICEF empfehlen Rooming-in daher als eine der zehn Schritte zur erfolgreichen Stillförderung.

Psychologische Aspekte

Die kontinuierliche Nähe von Mutter und Kind in den ersten Lebenstagen hat nachweislich positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Mutter. Sie fühlt sich sicherer im Umgang mit dem Neugeborenen, entwickelt ein größeres Selbstvertrauen in ihre elterliche Kompetenz und zeigt seltener Zeichen von postpartaler Angst oder Depression. Auch der Vater oder ein anderer Begleitpartner kann aktiv in das Rooming-in einbezogen werden, was die Eltern-Kind-Bindung zusätzlich fördert.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO) & UNICEF: Baby-Friendly Hospital Initiative: Revised, Updated and Expanded for Integrated Care. Geneva: WHO Press, 2009.
  2. Jaafar SH, Ho JJ, Lee KS: Rooming-in for new mother and infant versus separate care for increasing the duration of breastfeeding. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2016.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) & Nationales Zentrum Frühes Kindheit: Empfehlungen zur Stillförderung in Geburtskliniken. Berlin, 2020.
Produktgalerie überspringen
Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €

Geprüfte Qualität & Reinheit

Entwickelt in Deutschland
Laboranalytisch geprüft
Laktose
Mit MFGM
Milchfett aus Sahne
Mit Lactoferrin
Ohne Zusatzstoffe
Ohne Palmöl, Fischöl und Maltodextrin