Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü
0-9 A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W Z
Lexikon Navigation

Säuglingsdyschezie

Was ist Säuglingsdyschezie?

Säuglingsdyschezie ist ein häufiges, benignes (gutartiges) Phänomen bei Säuglingen, typischerweise in den ersten Lebensmonaten. Betroffene Säuglinge zeigen charakteristisches Schreien, Pressen und Gesichtsroten für mehrere Minuten unmittelbar vor dem Stuhlgang – obwohl der Stuhl selbst weich oder flüssig ist. Dies unterscheidet die Säuglingsdyschezie klar von einer echten Verstopfung (Obstipation), bei der der Stuhl hart und trocken ist.

Der Begriff Dyschezie leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet sôviel wie „Schwierigkeit beim Stuhlgang“. Bei Säuglingen ist das Phänomen in der Regel harmlos und selbstlimitierend, also ohne medizinische Behandlung von allein verschwindend.

Ursachen

Die genaue Ursache der Säuglingsdyschezie liegt in einer noch nicht vollständig ausgereiften Koordination der Muskulatur des Beckenbodens. Um Stuhl auszuscheiden, müssen Säuglinge gleichzeitig zwei Mechanismen koordinieren:

  • Erhöhung des Bauchdrucks (Pressen), um den Darm zu entleeren
  • Entspannung des Beckenbodens und des äußeren Schließmuskels, um den Durchgang des Stuhls zu ermöglichen

Bei Säuglingen ist diese neuromuskulare Koordination noch in der Entwicklung. Statt den Schließmuskel zu entspannen, spannen die Babys ihn zunächst an, was zu sichtbarem Pressen und Schreien führt. Sobald die Koordination ausgereift ist, verschwindet das Symptom.

Symptome

Typische Zeichen der Säuglingsdyschezie sind:

  • Anhaltendes Schreien oder Weinen für 10–20 Minuten vor dem Stuhlgang
  • Sichtbares Pressen und Anspannen des ganzen Körpers
  • Rotverfarbung oder Verkrampfung des Gesichts
  • Stuhl ist nach erfolgreichem Absetzen weich oder normal in der Konsistenz
  • Sofortiges Nachlassen der Beschwerden nach dem Stuhlgang

Die Symptome treten üblicherweise in den ersten Lebenswochen bis zum dritten oder vierten Lebensmonat auf und bessern sich danach spontan.

Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Es ist wichtig, die Säuglingsdyschezie von anderen möglicherweise ernsten Erkrankungen zu unterscheiden, die ähnliche Symptome verursachen können:

  • Obstipation (Verstopfung): harter, trockener Stuhl, seltene Stuhlentleerung, Bauchschmerzen
  • Morbus Hirschsprung: eine seltene angeborene Erkrankung des Dickdarms, die zu dauerhafter Verstopfung führt
  • Anale Stenose: Verengung des Analkanals
  • Koliksymptome: Schreien ohne Bezug zum Stuhlgang, oft am Abend

Bei anhaltenden Beschwerden, hartem Stuhl, ausbleibendem Stuhlgang, Blut im Stuhl oder starker Gewichtsabnahme sollte unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Diagnose

Die Diagnose der Säuglingsdyschezie ist eine klinische Diagnose, das bedeutet, sie basiert hauptsächlich auf der Krankengeschichte und der Beschreibung der Symptome durch die Eltern. Eine körperliche Untersuchung durch den Kinderarzt dient dazu, andere Ursachen auszuschließen.

Gemäß den offiziellen Rom-IV-Kriterien (internationale Klassifikation funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen) wird die Säuglingsdyschezie diagnostiziert, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Der Säugling ist jünger als 9 Monate
  • Mindestens 10 Minuten Pressen und Schreien vor erfolgreichem oder erfolglosem Stuhlgang
  • Der Stuhl ist weich
  • Es bestehen keine anderen gesundheitlichen Probleme

Behandlung und Empfehlungen

Da die Säuglingsdyschezie eine selbstlimitierende, funktionelle Störung ist, ist in den meisten Fällen keine spezifische Behandlung notwendig. Die wichtigste Maßnahme ist die Aufklärung und Beruhigung der Eltern.

Was Eltern tun können

  • Geduld und Beobachtung: Das Phänomen ist harmlos und löst sich von selbst.
  • Keine Stimulation des Afters: Das Einführen von Thermometern, Wattestielen oder Finger in den After zur Stimulation des Stuhlgangs wird ausdrücklich nicht empfohlen, da dies den natürlichen Lernprozess des Säuglings stören kann.
  • Keine Abführmittel oder Einläufe: Diese sind bei Säuglingsdyschezie nicht indiziert und können schädlich sein.
  • Stillen fortführen: Muttermilch fördert eine gesunde Darmflora und weichen Stuhl.

Wann zum Arzt?

Eltern sollten einen Kinderarzt aufsuchen, wenn:

  • Der Stuhl hart oder trocken ist
  • Blut im Stuhl auftritt
  • Das Kind Anzeichen von Schmerzen oder Unwohlsein auch außerhalb des Stuhlgangs zeigt
  • Die Symptome über den vierten Lebensmonat hinaus anhalten
  • Das Kind nicht ausreichend zunimmt

Quellen

  1. Benninga M.A. et al. - Childhood Functional Gastrointestinal Disorders: Neonate/Toddler. Gastroenterology, 2016; 150(6):1443-1455. (Rom-IV-Kriterien)
  2. Tabbers M.M. et al. - Evaluation and Treatment of Functional Constipation in Infants and Children. Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition, 2014; 58(2):258-274.
  3. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) - Leitlinien zur funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen im Säuglingsalter. www.dgkj.de
Produktgalerie überspringen
Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €

Geprüfte Qualität & Reinheit

Entwickelt in Deutschland
Laboranalytisch geprüft
Laktose
Mit MFGM
Milchfett aus Sahne
Mit Lactoferrin
Ohne Zusatzstoffe
Ohne Palmöl, Fischöl und Maltodextrin