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Schleimpfropf

Was ist der Schleimpfropf?

Der Schleimpfropf (auch Zervixpfropf oder Cervixpfropf genannt) ist eine gallertartige Schleimmasse, die sich zu Beginn der Schwangerschaft im Gebärmutterhals (Zervix) bildet. Er besteht aus einem dichten Netzwerk aus Schleimsekret, das von den Drusen der Zervixschleimhaut produziert wird. Dieser natürliche Verschluss dichtet die Gebärmutter nach außen ab und übernimmt eine wichtige Schutzfunktion für das heranwachsende Kind.

Funktion und Bedeutung

Der Schleimpfropf erfüllt während der Schwangerschaft mehrere entscheidende Aufgaben:

  • Infektionsschutz: Er bildet eine mechanische Barriere gegen Bakterien, Viren und andere Keime, die vom Scheidenbereich in die Gebärmutter aufsteigen könnten.
  • Immunologische Schutzfunktion: Der Schleim enthält antimikrobielle Substanzen wie Immunglobuline, Lysozyme und Zytokine, die zusätzlichen Schutz gegen Infektionserreger bieten.
  • Mechanischer Verschluss: Er verschließt den Gebärmuttermund physisch und verhindert das Eindringen von Fremdsubstanzen.

Wann bildet sich der Schleimpfropf?

Der Schleimpfropf bildet sich in der Regel kurz nach der Befruchtung der Eizelle, sobald sich der Gebärmutterhals unter dem Einfluss des Gelbkörperhormons Progesteron verändert. Das Zervixsekret wird dicker und viskoser und bildet so den schützenden Pfropf. Er bleibt während der gesamten Schwangerschaft bestehen.

Abgang des Schleimpfropfs

Gegen Ende der Schwangerschaft, wenn sich der Gebärmutterhals auf die bevorstehende Geburt vorbereitet und sich zu verünnen (effacieren) und zu öffnen (dilatieren) beginnt, löst sich der Schleimpfropf und wird abgehen. Dies geschieht in der Regel in der Spätschwangerschaft ab der 37. Schwangerschaftswoche, kann aber auch früher eintreten.

Wie sieht der Abgang aus?

Der abgegangene Schleimpfropf erscheint häufig als:

  • Durchsichtige, weißliche oder gelbliche gallertartige Masse
  • Sekret mit leichten rötlichen oder bräunlichen Blutbeimengungen (sogenannte "bloody show" oder blutig gefärbter Schleim)
  • Vergrößerter schleimiger Ausfluss in der Wäsche

Der Abgang kann plötzlich als zusammenhängende Masse oder schrittweise über mehrere Stunden bis Tage erfolgen. Viele Frauen nehmen ihn gar nicht wahr.

Bedeutung für den Geburtsbeginn

Der Abgang des Schleimpfropfs ist ein Zeichen dafür, dass sich der Körper auf die Geburt vorbereitet. Er bedeutet jedoch nicht zwingend, dass die Wehen unmittelbar bevorstehen. Der Zeitraum zwischen dem Abgang des Schleimpfropfs und dem eigentlichen Wehenbeginn kann von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen oder sogar Wochen betragen.

Wann sollte man einen Arzt oder eine Hebamme kontaktieren?

In folgenden Situationen sollte umgehend medizinischer Rat eingeholt werden:

  • Starke Blutungen (mehr als eine normale Menstruation) nach dem Abgang
  • Abgang des Schleimpfropfs vor der 37. Schwangerschaftswoche (mögliches Zeichen frühzeitiger Wehentätigkeit)
  • Gleichzeitiger Abgang von Fruchtwasser (Blasensprung)
  • Starke, regelmäßige Wehen
  • Verminderte oder fehlende Kindsbewegungen

Unterschied: Schleimpfropf vs. Blasensprung

Der Abgang des Schleimpfropfs sollte nicht mit einem Blasensprung verwechselt werden. Während der Schleimpfropf eine geleerartige, zähe Konsistenz hat, ist Fruchtwasser dünnflüssig, klar oder leicht gelblich und fließt kontinuierlich oder in Schüben ab. Bei Unsicherheit sollte stets eine Hebamme oder ein Arzt bzw. eine Ärztin konsultiert werden.

Quellen

  1. Stauber, M. & Weyerstahl, T. (2013): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. Duff, P. & Sweet, R.L. (2009): Maternal and Fetal Infectious Disease. In: Creasy & Resnik's Maternal-Fetal Medicine. Saunders Elsevier.
  3. World Health Organization (WHO) (2018): WHO recommendations: intrapartum care for a positive childbirth experience. WHO Press, Genf. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550215
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