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Die Schwangerschaftscholestase (auch: intrahepatische Cholestase der Schwangerschaft, kurz ICP) ist eine schwangerschaftsspezifische Lebererkrankung. Bei dieser Erkrankung wird der normale Abfluss der Galle aus der Leber gestört, wodurch sich Gallensäuren im Blut der Mutter ansammeln. Die Erkrankung tritt meist im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel auf und betrifft weltweit etwa 0,5 bis 2 Prozent aller Schwangeren, in bestimmten Regionen wie Chile oder Skandinavien jedoch deutlich häufiger.
Obwohl die Schwangerschaftscholestase für die Mutter selten lebensbedrohlich ist, stellt sie ein erhöhtes Risiko für das ungeborene Kind dar und sollte daher stets ärztlich überwacht werden.
Die genaue Ursache der Schwangerschaftscholestase ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren, hormonellen Veränderungen und Umwelteinflüssen eine Rolle spielt.
Das Leitsymptom der Schwangerschaftscholestase ist ein intensiver, oft unerträglicher Juckreiz (Pruritus), der vor allem an den Handflächen und Fußsohlen beginnt und sich auf den gesamten Körper ausbreiten kann. Der Juckreiz verschlimmert sich häufig in den Abendstunden und nachts, was zu erheblichen Schlafstörungen führen kann.
Die Symptome verschwinden in der Regel innerhalb weniger Wochen nach der Entbindung vollständig.
Die Schwangerschaftscholestase kann ernste Komplikationen für das Ungeborene verursachen. Erhöhte Gallensäurewerte im mütterlichen Blut passieren die Plazenta und können die Herzfunktion des Kindes beeinträchtigen.
Die Diagnose der Schwangerschaftscholestase erfolgt anhand der typischen Beschwerden sowie durch Blutuntersuchungen. Dabei werden folgende Parameter bestimmt:
Zusätzlich wird eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung und fetale Herzfrequenzüberwachung (CTG) empfohlen.
Die Behandlung der Schwangerschaftscholestase zielt darauf ab, den Juckreiz zu lindern, die Gallensäurewerte zu senken und das Kind zu schützen.
In vielen Zentren wird bei bestätigter Schwangerschaftscholestase und erhöhten Gallensäurewerten eine frühzeitige Einleitung der Geburt zwischen der 36. und 38. Schwangerschaftswoche erwägt, um das Risiko einer ploetzlichen Komplikation für das Kind zu minimieren. Die genaue Entscheidung wird individuell mit dem behandelnden Arzt getroffen.
Die Schwangerschaftscholestase ist in der Regel nach der Entbindung vollständig rückläufig. Die Symptome sowie die laborchemischen Veränderungen normalisieren sich meistens innerhalb von zwei bis acht Wochen nach der Geburt. Frauen mit einer durchgemachten ICP sollten über das erhöhte Wiederholungsrisiko in künftigen Schwangerschaften aufgeklärt werden. Zudem besteht langfristig ein leicht erhöhtes Risiko für Gallensteinerkrankungen und andere Lebererkrankungen.