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Sn-2-Palmitat, auch als Beta-Palmitat oder OPO-Fett bezeichnet, ist eine strukturierte Form der Palmitinsäure (eine gesättigte Fettsäure mit 16 Kohlenstoffatomen). In einem Triglyceridmolekül – dem Grundbaustein der meisten Nahrungsfette – gibt es drei Bindungspositionen: sn-1, sn-2 und sn-3. Beim Sn-2-Palmitat ist die Palmitinsäure spezifisch an der mittleren Position, der sn-2-Position, gebunden.
Diese Positionierung ist biologisch bedeutsam, da sie die Art und Weise beeinflusst, wie das Fett im Verdauungstrakt abgebaut und aufgenommen wird. Natürlicherweise findet sich Sn-2-Palmitat in hoher Konzentration in der Muttermilch, wo etwa 70–75 % der Palmitinsäure an der sn-2-Position lokalisiert sind. In gängigen pflanzlichen Ölen hingegen befindet sich Palmitinsäure überwiegend an den äußeren Positionen (sn-1 und sn-3).
Der Unterschied in der Bindungsposition hat erhebliche Auswirkungen auf die Fettverdauung:
Da Muttermilch reich an Sn-2-Palmitat ist, hat die Forschung in den letzten Jahrzehnten versucht, dieses Merkmal in der Säuglingsnahrung nachzuahmen. Herkömmliche Säuglingsanfangsnahrungen auf Basis pflanzlicher Öle enthalten Palmitinsäure hauptsächlich an den Positionen sn-1 und sn-3, was zu den oben beschriebenen Nachteilen führen kann.
Durch den Einsatz spezieller enzymatischer Prozesse (Umesterung) kann Sn-2-Palmitat synthetisch hergestellt und Säuglingsnahrung zugesetzt werden. Klinische Studien zeigen, dass Säuglingsnahrung mit angereichtertem Sn-2-Palmitat-Gehalt folgende Vorteile bieten kann:
Sn-2-Palmitat kommt natürlich in folgenden Lebensmitteln vor:
In industriell verarbeiteten Säuglingsnahrungen wird Sn-2-Palmitat unter dem Namen OPO (1,3-Dioleoyl-2-Palmitoyl-Glycerol) als spezifisches strukturiertes Triglycerid eingesetzt.
Sn-2-Palmitat gilt als sicher für den Einsatz in Säuglingsnahrung. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat strukturierte Triglyceride auf Basis von Palmitinsäure in Säuglingsanfangsnahrung als unbedenklich eingestuft. Es gibt keine bekannten Toxizitätsrisiken bei normaler Verwendung im Rahmen der empfohlenen Dosierungen in Lebensmitteln.