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Split Night

Was ist eine Split Night?

Eine Split Night (auch Split-Night-Studie genannt) ist eine spezielle Form der Schlaflaboruntersuchung (Polysomnographie). Dabei wird eine einzelne Schlafstudie in zwei Abschnitte aufgeteilt: Im ersten Teil der Nacht werden Schlaf und Atmung überwacht, um eine Schlafapnoe zu diagnostizieren. Wird dabei ein ausreichend schwerer Befund festgestellt, wird im zweiten Teil derselben Nacht sofort mit der Anpassung einer CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) begonnen. Dieses Verfahren spart Zeit und Kosten, da Diagnose und Therapieeinleitung in einer einzigen Nacht stattfinden.

Wann wird eine Split Night durchgeführt?

Eine Split Night wird eingesetzt, wenn beim Patienten der dringende Verdacht auf eine mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoe besteht. Die Entscheidung für dieses Verfahren treffen Schlafmediziner auf Basis von Vordiagnostik, etwa durch ein ambulantes Schlafscreening oder typische Symptome wie:

  • Lautes Schnarchen
  • Atemaussetzer während des Schlafs (von anderen beobachtet)
  • Ausgepragte Tagesschläfrigkeit (Hypersomnie)
  • Nichterhol samer Schlaf und Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme und Stimmungsschwankungen

Laut den Leitlinien der American Academy of Sleep Medicine (AASM) ist eine Split Night indiziert, wenn im ersten Teil der Nacht ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) von mindestens 40 Ereignissen pro Stunde festgestellt wird. Bei einem AHI zwischen 20 und 40 kann eine Split Night ebenfalls in Betracht gezogen werden, wenn klinische Zeichen eine schwere Schlafapnoe unterstützen.

Ablauf einer Split Night

Erster Teil: Diagnose

Im ersten Abschnitt der Nacht (in der Regel die ersten 2 bis 4 Stunden) werden mithilfe der Polysomnographie verschiedene Körperfunktionen gleichzeitig aufgezeichnet. Dazu gehören:

  • Hirnströme (EEG – Elektroenzephalogramm)
  • Augenbewegungen (EOG – Elektrookulogramm)
  • Muskelaktivität (EMG – Elektromyogramm)
  • Herzrhythmus (EKG)
  • Atemfluss und Atemgeräusche
  • Sauerstoffsättigung im Blut (Pulsoximetrie)
  • Thorakale und abdominale Atembewegungen
  • Körperlage

Das Schlaflaborpersonal wertet die Daten in Echtzeit aus. Sobald die Kriterien für eine schwere Schlafapnoe erfüllt sind, wird der Übergang zur Therapiephase eingeleitet.

Zweiter Teil: CPAP-Therapieeinleitung

Im zweiten Abschnitt der Nacht wird der Patient mit einer CPAP-Maske versorgt. Das CPAP-Gerät liefert einen kontinuierlichen, leicht erhöhten Luftdruck, der die oberen Atemwege während des Schlafs offenhaält und so Atemaussetzer verhindert. Der optimale Therapiedruck wird während dieser Phase individuell titriert (eingestellt). Dabei werden weiterhin alle Schlafparameter überwacht, um sicherzustellen, dass die Atemaussetzer unter CPAP vollständig beseitigt werden.

Vorteile der Split Night

  • Zeitersparnis: Diagnose und Therapieeinleitung erfolgen in einer einzigen Nacht anstatt in zwei separaten Schlaflabornachten.
  • Kosteneffizienz: Geringere Gesamtkosten für das Gesundheitssystem und den Patienten.
  • Schnellere Behandlung: Der Patient kann früher mit der CPAP-Therapie beginnen und schneller von einer Verbesserung der Schlafqualität profitieren.
  • Reduzierte Wartezeiten: Besonders bei langen Wartelisten für Schlaflaborplätze ist die Split Night vorteilhaft.

Grenzen und Nachteile

Nicht bei jedem Patienten ist eine Split Night geeignet. Zu den möglichen Einschränkungen gehören:

  • Wenn die Schlafapnoe im ersten Teil der Nacht nicht schwer genug ist, um die Split-Night-Kriterien zu erfüllen, muss eine zweite Nacht zur CPAP-Titration geplant werden.
  • Die verfügbare Zeit für die CPAP-Titration ist im Vergleich zu einer vollständigen Titrationsnacht kürzer, was in seltenen Fällen zu einer weniger genauen Druckeinstellung führen kann.
  • Bei komplexen Schlafstörungen (z. B. gleichzeitigem Auftreten von zentraler Schlafapnoe oder anderen Atemstörungen) kann eine separate Titrationsnacht bevorzugt werden.

Ergebnis und Nachsorge

Nach einer erfolgreichen Split Night erhält der Patient eine Empfehlung für die weitere CPAP-Therapie zu Hause, inklusive des empfohlenen Druckbereichs und der geeigneten Maskenform. Regelmäßige Kontrolltermine beim Schlafmediziner sind wichtig, um den Therapieerfolg zu überprüfen und die Geräteeinstellungen bei Bedarf anzupassen. Moderne CPAP-Geräte zeichnen Nutzungsdaten auf, die bei Folgebesuchen ausgelesen werden können.

Quellen

  1. American Academy of Sleep Medicine (AASM): Clinical Guidelines for the Manual Titration of Positive Airway Pressure in Patients with Obstructive Sleep Apnea. Journal of Clinical Sleep Medicine, 2008.
  2. Kushida CA et al.: Practice parameters for the indications for polysomnography and related procedures. Sleep, 2005;28(4):499–521.
  3. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. AWMF-Registernummer 063-001, aktualisierte Fassung.
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