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Stillen ist eine natürliche und gesunde Ernährungsform für Neugeborene und Säuglinge, die jedoch nicht immer reibungslos verläuft. Stillprobleme umfassen eine Vielzahl von Schwierigkeiten, die sowohl die stillende Mutter als auch das Baby betreffen können. Sie sind weit verbreitet und treten besonders in den ersten Wochen nach der Geburt auf. Mit der richtigen Unterstützung lassen sich die meisten Stillprobleme erfolgreich bewältigen.
Stillprobleme können verschiedene Ursachen haben, die sowohl auf Seiten der Mutter als auch beim Kind liegen:
Stillprobleme können sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar machen:
Bei anhaltenden Stillproblemen sollte frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Eine zertifizierte Stillberaterin (IBCLC) kann die Stilltechnik beobachten und konkrete Empfehlungen geben. Auch Hebammen, Kinderarztpraxen und Frauenarztpraxen bieten Unterstützung an. Bei Verdacht auf eine Infektion wie Mastitis oder Soor ist eine ärztliche Untersuchung notwendig.
Das korrekte Anlegen des Babys ist der wichtigste Faktor für erfolgreiches Stillen. Das Baby sollte den Mund weit öffnen und einen großen Teil des Warzenhofs erfassen. Verschiedene Stillpositionen (z. B. Wiegehaltung, Quer-Wiege-Haltung, Footballhaltung) können ausprobiert werden, um die bequemste und effektivste Variante zu finden.
Bei einem Milchstau helfen häufiges Anlegen, Wärme vor dem Stillen und sanfte Massage der betroffenen Stelle. Eine Mastitis erfordert oft eine ärztliche Behandlung mit Antibiotika, Stillen sollte jedoch in der Regel fortgeführt werden.
Reine Lanolin-Salbe oder Muttermilch kann auf wunde Brustwarzen aufgetragen werden. Wichtig ist, die Ursache zu behandeln, also das Anlegen zu verbessern oder eine Pilzinfektion zu therapieren.
Bei zu geringer Milchmenge helfen häufigeres Anlegen, ausreichend Trinken und Ruhe. Bei überschießender Milchproduktion kann das Abpumpen vor dem Stillen oder das Stillen in Rückenlage helfen.
Wird eine Ankyloglossi diagnostiziert, kann ein kleiner ambulanter Eingriff (Frenulotomie) das Stillen deutlich erleichtern. Diese Entscheidung sollte gemeinsam mit einem pädiatrischen Spezialisten getroffen werden.
Eltern sollten ohne Verzögerung medizinische Hilfe suchen, wenn:
Viele Stillprobleme lassen sich durch eine gute Vorbereitung reduzieren. Schon in der Schwangerschaft ist es sinnvoll, Stillkurse zu besuchen und Kontakt zu einer Stillberaterin aufzubauen. Haut-zu-Haut-Kontakt direkt nach der Geburt und frühes häufiges Anlegen fördern die Milchproduktion und den Stillstart.