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Storchenbiss Baby

Was ist ein Storchenbiss beim Baby?

Der Storchenbiss (medizinisch: Naevus simplex) ist eine der häufigsten Hautveränderungen bei Neugeborenen und Säuglingen. Es handelt sich um eine flache, rosarot bis kräftig rote Hautverfärbung, die durch lokal erweiterte, oberflächliche Blutgefäße (Kapillaren) in der Haut entsteht. Der Name geht auf den Volksglauben zurück, dass ein Storch das Baby beim Transport im Schnabel gehalten hat und dabei einen Abdruck hinterlassen hat.

Ein Storchenbiss ist vollkommen gutartig und stellt keinerlei gesundheitliche Gefahr für das Kind dar. Er gehört zur Gruppe der sogenannten vaskulären Malformationen, also angeborenen Gefäßveränderungen, und wird manchmal auch als Feuermal oder Lachsfleck bezeichnet.

Häufigkeit und typische Lage

Storchenbisse zählen zu den häufigsten Hautbefunden bei Neugeborenen. Schätzungen zufolge sind bis zu 40–50 % aller Neugeborenen betroffen. Die typischen Lokalisationen sind:

  • Nacken (häufigste Stelle, daher auch der Name "Storchenbiss")
  • Stirn zwischen den Augenbrauen
  • Augenlider
  • Nasenrücken
  • Oberlippe

Storchenbisse im Gesichtsbereich verblassen in der Regel innerhalb der ersten ein bis zwei Lebensjahre. Jene im Nackenbereich können hingegen lebenslang bestehen bleiben, fallen jedoch kaum auf, da sie von den Haaren bedeckt werden.

Ursachen und Entstehung

Ein Storchenbiss entsteht durch erweiterte, nicht vollständig ausgereifte Blutkapillaren in den oberen Hautschichten. Diese Gefäße haben sich während der Embryonalentwicklung nicht vollständig zurückgebildet. Der Storchenbiss ist angeboren und entsteht somit bereits im Mutterleib. Eine genetische Ursache oder externe Einflussfaktoren während der Schwangerschaft sind in der Regel nicht verantwortlich. Es handelt sich schlicht um eine normale Entwicklungsvariante.

Aussehen und Erkennungsmerkmale

Ein Storchenbiss sieht typischerweise wie folgt aus:

  • Flache, nicht erhabene Hautverfärbung
  • Rosa bis leuchtend rote Farbe
  • Unschärfe Begrenzung (kein klarer Rand)
  • Wird beim Drücken mit dem Finger kurz weiß (Gläsphenomänon), färbt sich danach aber schnell wieder rot
  • Wird beim Weinen, Pressen oder Kälteeinwirkung deutlich intensiver rot

Diese Intensitätsschwankungen sind charakteristisch für den Storchenbiss und helfen dabei, ihn von anderen Hautveränderungen abzugrenzen.

Diagnose

Die Diagnose eines Storchenbisses wird in der Regel durch reine Sichtdiagnose gestellt, meist bereits direkt nach der Geburt durch Hebamme, Kinderarzt oder Kinderarztin. Besondere Untersuchungen oder apparative Diagnostik sind in der Regel nicht notwendig. Bei Unsicherheiten kann eine dermatologische Untersuchung erfolgen, um andere Gefäßveränderungen wie ein Hämangiom oder ein Portweinfleck (Naevus flammeus) auszuschließen.

Abgrenzung zu anderen Hautveränderungen

  • Hämangiom: Im Gegensatz zum Storchenbiss wächst ein Hämangiom nach der Geburt zunächst stark, ist erhoben und feurig rot. Es bildet sich meist bis zum Schulalter zurück.
  • Portweinfleck (Naevus flammeus): Dieser ist dunkelrot bis violett, schärfer begrenzt, verblasst nicht und erfordert möglicherweise eine Behandlung.

Behandlung und Verlauf

Ein Storchenbiss bedarf in der Regel keiner Behandlung. Er ist vollständig harmlos und verblasst bei den meisten Kindern von selbst:

  • Stirn, Augenlider, Nasenrücken: Verblassen meist innerhalb von 1–2 Jahren vollständig.
  • Nacken: Kann dauerhaft bestehen bleiben, ist aber in der Regel unsichtbar.

Da der Storchenbiss keine Beschwerden verursacht, ist eine aktive Therapie nicht indiziert. Eltern können vollkommen beruhigt sein: Ihr Kind braucht keine Behandlung und leidet nicht darunter.

In sehr seltenen Fällen, wenn ein Storchenbiss im Gesicht stark ausgeprägt ist und nicht verblasst, können kosmetische Maßnahmen wie eine Laserbehandlung erwägt werden. Dies ist jedoch eine absolute Ausnahme.

Wann zum Arzt?

In der Regel ist kein Arztbesuch wegen eines Storchenbisses notwendig. Eltern sollten jedoch ärztlichen Rat einholen, wenn:

  • Die Hautverärbung wächst oder sich verändert
  • Die Verfarbung sich erhebt (Verdacht auf Hämangiom)
  • Die Hautställe bluter oder sich entzündet
  • Unsicherheit über die Art der Hautveränderung besteht

Quellen

  1. Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG): Vaskulare Naevi und Gefäßtumoren im Kindesalter, AWMF-Register, 2020.
  2. Prölss M, Schuster V. Kinderdermatologie. In: Speer CP, Gahr M (Hrsg.): Pädiatrie. Springer Verlag, Berlin, 5. Auflage 2019.
  3. Enjolras O, Wassef M, Chapot R. Color Atlas of Vascular Tumors and Vascular Malformations. Cambridge University Press, 2007.
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