Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü
0-9 A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W Z
Lexikon Navigation

Torticollis beim Baby

Was ist Torticollis beim Baby?

Torticollis (auch Schiefhals genannt) beim Baby beschreibt eine Haltungsstörung, bei der das Kind den Kopf dauerhaft zur einer Seite geneigt hält und das Kinn in die entgegengesetzte Richtung dreht. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen: tortus (gedreht) und collum (Hals). Diese Fehlhaltung ist bei Säuglingen relativ häufig und wird meist kurz nach der Geburt oder in den ersten Lebenswochen festgestellt.

Ursachen

Die häufigste Form ist der muskuläre Torticollis congenitus (angeborener muskulärer Schiefhals). Dabei ist der Musculus sternocleidomastoideus – ein großer Halsmuskel – verkürzt oder verhärtet. Mögliche Ursachen im Überblick:

  • Geburtsbedingte Verletzungen: Eine schwierige Geburt, z. B. mit Saugglocke oder Zange, kann den Halsmuskel überdehnen oder verletzen.
  • Ungewöhnliche Lage im Mutterleib: Eine enge oder schiefe Lage des Babys während der Schwangerschaft kann zur Muskelentwicklungsstörung führen.
  • Hämatom im Muskel: Eine Einblutung in den Sternocleidomastoideus kann eine Verhartung (Fibrose) verursachen.
  • Fehlstellungen der Halswirbelsäule: Selten liegen knöcherne Fehlbildungen der Halswirbel vor (ossärer Torticollis).
  • Nervenbedingte Ursachen: In seltenen Fällen sind Nervenstörungen beteiligt (neurogener Torticollis).

Symptome

Eltern bemerken häufig folgende Anzeichen:

  • Der Kopf des Babys ist dauerhaft zur einer Seite geneigt.
  • Das Kinn ist in die entgegengesetzte Richtung gedreht.
  • Das Baby dreht den Kopf bevorzugt in eine Richtung, z. B. beim Stillen oder Schlafen.
  • Ein tastbarer, manchmal sichtbarer Knoten oder eine Verdickung am seitlichen Hals (Muskelhärte).
  • Asymmetrie des Gesichts oder des Schädels (Plagiozephalie – Abflachung des Hinterkopfes auf einer Seite), die sich sekundär durch die einseitige Liegeposition entwickeln kann.
  • Bewegungseinschränkung beim Drehen des Kopfes.
  • Unruhe oder Weinen beim Versuch, den Kopf zu drehen.

Diagnose

Die Diagnose wird üblicherweise vom Kinderarzt oder Kinderorthopäden gestellt. Folgende Untersuchungen kommen zum Einsatz:

  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Kopfhaltung, Beweglichkeit der Halswirbelsäule und Tastbefund des Halsmuskels.
  • Ultraschall: Darstellung des Sternocleidomastoideus, um Verhartungen oder Hämatome zu erkennen.
  • Röntgen oder MRT: Bei Verdacht auf knöcherne Fehlbildungen oder zur Ausschlussdiagnostik anderer Ursachen.
  • Neurologische Untersuchung: Zum Ausschluss nervedbedingter Ursachen.

Behandlung

Physiotherapie

Die Physiotherapie ist die wichtigste Behandlungsform beim muskulären Torticollis. Speziell ausgebildete Therapeuten dehnen den verkürzten Muskel gezielt und stärken die Gegenmuskulatur. Eltern erhalten genaue Anleitungen für tägliche Übungen zu Hause. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind die Ergebnisse.

Osteopathie und manuelle Therapie

Ergänzend kann Osteopathie oder manuelle Therapie eingesetzt werden, um Verspannungen in Hals und Schädel zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.

Lagerungsmaßnahmen

Eltern werden beraten, das Baby so zu lagern und zu positionieren, dass die Bewegung in die eingeschränkte Richtung aktiv gefördert wird – zum Beispiel durch gezielte Platzierung von Spielzeug oder Lichtquellen auf der betroffenen Seite.

Helmtherapie

Besteht zusätzlich eine ausgepägte Plagiozephalie (Schädelasymmetrie), kann eine Helmtherapie (Orthese) empfohlen werden, die die Schädelform während des Wachstums korrigiert. Diese ist in der Regel zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat sinnvoll.

Operative Behandlung

In seltenen Fällen, bei denen konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine operative Verlängerung des Halsmuskels notwendig sein. Dies wird jedoch nur bei anhaltender, schwerwiegender Fehlstellung in Betracht gezogen.

Prognose

Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose beim infantilen Torticollis sehr gut. Die meisten Babys erreichen eine vollständige Beweglichkeit des Halses ohne bleibende Schäden. Wird der Schiefhals unbehandelt gelassen, kann es zu dauerhaften Asymmetrien des Gesichts und des Schädels sowie zu Haltungsschäden kommen.

Wann zum Arzt?

Eltern sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • das Baby den Kopf immer in dieselbe Richtung hält,
  • eine sichtbare Verdickung oder Schwellung am Hals besteht,
  • das Baby beim Drehen des Kopfes weint oder sich sichtlich unwohl fühlt,
  • eine Abflachung des Hinterkopfes oder Gesichtsasymmetrie auffällt.

Quellen

  1. Cheng JC, Tang SP, Chen TM: Sternocleidomastoid pseudotumor and congenital muscular torticollis in infants: a prospective study of 510 cases. In: Journal of Pediatrics, 1999.
  2. Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH): Leitlinie Muskulärer Schiefhals im Kindesalter, 2020. Verfügbar unter: www.awmf.org
  3. Kaplan SL, Coulter C, Fetters L: Physical therapy management of congenital muscular torticollis. In: Pediatric Physical Therapy, 2013.
Produktgalerie überspringen
Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €

Geprüfte Qualität & Reinheit

Entwickelt in Deutschland
Laboranalytisch geprüft
Laktose
Mit MFGM
Milchfett aus Sahne
Mit Lactoferrin
Ohne Zusatzstoffe
Ohne Palmöl, Fischöl und Maltodextrin