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Torticollis (auch Schiefhals genannt) beim Baby beschreibt eine Haltungsstörung, bei der das Kind den Kopf dauerhaft zur einer Seite geneigt hält und das Kinn in die entgegengesetzte Richtung dreht. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen: tortus (gedreht) und collum (Hals). Diese Fehlhaltung ist bei Säuglingen relativ häufig und wird meist kurz nach der Geburt oder in den ersten Lebenswochen festgestellt.
Die häufigste Form ist der muskuläre Torticollis congenitus (angeborener muskulärer Schiefhals). Dabei ist der Musculus sternocleidomastoideus – ein großer Halsmuskel – verkürzt oder verhärtet. Mögliche Ursachen im Überblick:
Eltern bemerken häufig folgende Anzeichen:
Die Diagnose wird üblicherweise vom Kinderarzt oder Kinderorthopäden gestellt. Folgende Untersuchungen kommen zum Einsatz:
Die Physiotherapie ist die wichtigste Behandlungsform beim muskulären Torticollis. Speziell ausgebildete Therapeuten dehnen den verkürzten Muskel gezielt und stärken die Gegenmuskulatur. Eltern erhalten genaue Anleitungen für tägliche Übungen zu Hause. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind die Ergebnisse.
Ergänzend kann Osteopathie oder manuelle Therapie eingesetzt werden, um Verspannungen in Hals und Schädel zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.
Eltern werden beraten, das Baby so zu lagern und zu positionieren, dass die Bewegung in die eingeschränkte Richtung aktiv gefördert wird – zum Beispiel durch gezielte Platzierung von Spielzeug oder Lichtquellen auf der betroffenen Seite.
Besteht zusätzlich eine ausgepägte Plagiozephalie (Schädelasymmetrie), kann eine Helmtherapie (Orthese) empfohlen werden, die die Schädelform während des Wachstums korrigiert. Diese ist in der Regel zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat sinnvoll.
In seltenen Fällen, bei denen konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine operative Verlängerung des Halsmuskels notwendig sein. Dies wird jedoch nur bei anhaltender, schwerwiegender Fehlstellung in Betracht gezogen.
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose beim infantilen Torticollis sehr gut. Die meisten Babys erreichen eine vollständige Beweglichkeit des Halses ohne bleibende Schäden. Wird der Schiefhals unbehandelt gelassen, kann es zu dauerhaften Asymmetrien des Gesichts und des Schädels sowie zu Haltungsschäden kommen.
Eltern sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn: