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Der transepidermale Wasserverlust (kurz: TEWL, englisch: transepidermal water loss) bezeichnet die passive Abgabe von Wasser durch die intakte Haut an die Umgebungsluft. Dieser Prozess findet kontinuierlich statt und ist vom aktiven Schweißen zu unterscheiden. Der TEWL ist ein anerkannter Messwert in der Dermatologie und dient als Indikator für die Integrität der epidermalen Hautbarriere.
Die äußerste Schicht der Haut, das Stratum corneum (Hornschicht), reguliert den Wasserhaushalt des Körpers, indem sie den unkontrollierten Wasseraustritt nach außen begrenzt. Ist diese Schutzschicht geschädigt oder gestört, steigt der TEWL an – ein Hinweis auf eine beeinträchtigte Barrierefunktion.
Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und erfüllt als physikalische Barriere eine Schutzfunktion gegenüber Umwelteinflüssen, Krankheitserregern und chemischen Substanzen. Gleichzeitig verhindert sie den übermäßigen Wasserverlust.
Die Hauptbestandteile dieser Barriere sind:
Störungen in einem dieser Bestandteile – zum Beispiel ein Ceramidmangel oder genetische Veränderungen im Filaggrin-Gen – führen zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Haut und einem erhöhten TEWL.
Der TEWL wird mithilfe spezieller Messgeräte, sogenannter Tewameter oder offener Kammergeräte, nicht-invasiv gemessen. Das Gerät wird auf die Hautoberfläche aufgesetzt und erfasst den Wasserdampfgradienten zwischen Haut und Umgebungsluft. Der Messwert wird in der Einheit g/(m²·h) (Gramm pro Quadratmeter pro Stunde) angegeben.
Typische TEWL-Werte bei gesunder Haut liegen je nach Körperstelle zwischen 2 und 10 g/(m²·h). Erhöhte Werte deuten auf eine gestörte Barrierefunktion hin. Die Messung wird durch Faktoren wie Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und körperliche Aktivität beeinflusst, weshalb standardisierte Bedingungen eingehalten werden müssen.
Ein erhöhter transepidermaler Wasserverlust kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
Der TEWL ist besonders relevant bei der atopischen Dermatitis (Neurodermitis). Studien zeigen, dass Personen mit dieser Erkrankung – oft bereits im Säuglingsalter – einen signifikant erhöhten TEWL aufweisen, noch bevor sichtbare Symptome auftreten. Dies unterstützt die Theorie, dass eine gestörte Hautbarriere ein primärer Auslöser der Erkrankung ist und nicht nur eine Folge.
Auch bei Kontaktdermatitis, Psoriasis und anderen entzündlichen Dermatosen ist der TEWL erhöht, was die diagnostische Bedeutung dieser Messgröße unterstreicht.
Das Ziel therapeutischer Maßnahmen ist es, die Hautbarriere zu stärken und den Wasserverlust zu minimieren. Mögliche Strategien umfassen:
Der TEWL hat sich als wertvolles Instrument in der klinischen Forschung und Dermatologie etabliert. Er wird eingesetzt zur:
Neuere Forschungen untersuchen den Zusammenhang zwischen einem erhöhten TEWL im Säuglingsalter und der späteren Entwicklung von Allergien und Asthma, was den TEWL zu einem potenziellen Frühmarker im Bereich der Atopieprävention macht.