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Die U6 Untersuchung ist die sechste von insgesamt zehn gesetzlichen Kindervorsorgeuntersuchungen in Deutschland. Sie findet zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat des Kindes statt und ist ein wichtiger Meilenstein in der frühkindlichen Gesundheitsversorgung. Die Untersuchung wird von einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin (Pädiater) durchgeführt und ist im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos.
Ziel der U6 ist es, die körperliche und geistige Entwicklung des Säuglings systematisch zu überprüfen, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls gezielte Fördermaßnahmen oder Behandlungen einzuleiten.
Die U6 wird empfohlen, wenn das Kind zwischen 10 und 12 Monate alt ist. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt, den Untersuchungstermin rechtzeitig zu vereinbaren, da das Zeitfenster für diese Vorsorge begrenzt ist und wichtige Entwicklungsschritte in diesem Alter beobachtet werden.
Der Arzt oder die Ärztin misst und bewertet folgende körperliche Parameter:
Ein wesentlicher Schwerpunkt der U6 liegt auf der Motorik und Neurologie. Der Arzt prüft, ob das Kind typische Entwicklungsschritte erreicht hat, wie zum Beispiel:
Im Alter von etwa einem Jahr beginnen Kinder, erste Wörter oder Lautfolgen zu äußern. Die U6 überprüft, ob das Kind:
Augen und Ohren werden auf Auffälligkeiten untersucht:
Der Arzt erörtert mit den Eltern die aktuelle Ernährungssituation des Kindes, den Übergang zur Beikost und die ersten Zahnänderungen. Erste Zähne sind bei vielen Kindern im Alter von 10 bis 12 Monaten bereits vorhanden. Eine Fluoridierung zur Kariesprophylaxe wird besprochen.
Im Rahmen der U6 wird der Impfstatus des Kindes überprüft. Gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut sind zu diesem Zeitpunkt folgende Impfungen möglich oder fällig:
Die U6 ist nicht nur eine Untersuchung des Kindes, sondern auch eine wichtige Beratungsmöglichkeit für Eltern. Typische Beratungsthemen sind:
Werden bei der U6 Entwicklungsverzögerungen oder gesundheitliche Auffälligkeiten festgestellt, leitet der Kinderarzt gezielte Maßnahmen ein. Dazu gehören Weiterweisungen an Spezialisten (z. B. Kinderneurologen, Logopäden, Audiologen) oder die Verordnung von Frühfördermaßnahmen. Frühzeitige Interventionen können langfristig den Entwicklungsverlauf eines Kindes positiv beeinflussen.
Die Ergebnisse der U6 werden im Gelben Heft (Kinderuntersuchungsheft) dokumentiert, das den Eltern bei der Geburt ausgestellt wird. Dieses Heft dient als wichtiger Nachweis für alle Vorsorgeuntersuchungen und sollte stets aufbewahrt werden. In einigen Bundesländern ist die Teilnahme an bestimmten Vorsorgeuntersuchungen meldepflichtig.