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Vitamin K

Was ist Vitamin K?

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das in zwei natürlich vorkommenden Hauptformen existiert: Vitamin K1 (Phylloquinon), das hauptsächlich in grünem Blattgemüse vorkommt, und Vitamin K2 (Menachinon), das von Darmbakterien synthetisiert wird und in fermentierten Lebensmitteln sowie tierischen Produkten zu finden ist. Eine dritte Form, Menadion (Vitamin K3), ist synthetischer Herkunft und wird in bestimmten medizinischen Zusammenhängen eingesetzt. Der Name leitet sich vom deutschen Wort "Koagulationsvitamin" ab, was auf seine Schlüsselrolle bei der Blutgerinnung hinweist.

Biologische Funktionen

Vitamin K erfüllt im menschlichen Körper mehrere lebenswichtige Aufgaben:

  • Blutgerinnung: Vitamin K ist ein unverzichtbarer Cofaktor für die Aktivierung von Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX, X) sowie der Proteine C und S. Ohne ausreichend Vitamin K kann der Körper diese Proteine nicht korrekt aktivieren, was zu erhöhter Blutungsneigung führen kann.
  • Knochenstoffwechsel: Vitamin K aktiviert Osteocalcin, ein Protein, das Kalzium in die Knochenmatrix einbaut und so zur Knochendichte und -festigkeit beiträgt.
  • Gefäßgesundheit: Vitamin K2 aktiviert das Matrix-Gla-Protein (MGP), das Kalziumablagerungen in den Arterienwänden hemmt und so zur Gefäßelastizität beiträgt.
  • Zellregulation: Neuere Forschungen deuten auf eine Rolle von Vitamin K bei der Zellproliferation und entzündungshemmenden Prozessen hin.

Nahrungsquellen

Vitamin K ist in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten:

  • Vitamin K1 (Phylloquinon): Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Petersilie, Rosenkohl, Kopfsalat und andere grüne Blattgemüse.
  • Vitamin K2 (Menachinon): Natto (fermentierte Sojabohnen), Hardkäse, Gouda, Eier, Hühnerfleisch, Butter und fermentierte Milchprodukte.

Da Vitamin K fettlöslich ist, wird es in Kombination mit etwas gesundem Fett (z. B. Olivenöl) besser vom Körper aufgenommen.

Empfohlene Tageszufuhr

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende tägliche Zufuhrmengen für Vitamin K:

  • Erwachsene Männer: 70 Mikrogramm pro Tag
  • Erwachsene Frauen: 60 Mikrogramm pro Tag
  • Schwangere und Stillende: 60–70 Mikrogramm pro Tag
  • Säuglinge: 4–10 Mikrogramm pro Tag (je nach Alter)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt ähnliche Richtwerte an. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend grünem Gemüse deckt den Bedarf bei den meisten gesunden Erwachsenen.

Vitamin-K-Mangel: Ursachen und Symptome

Ein Vitamin-K-Mangel ist bei gesunden Erwachsenen mit normaler Ernährung selten, kann jedoch in bestimmten Risikogruppen auftreten:

Ursachen

  • Langfristige Einnahme von Antibiotika, die die Darmflora schädigen und damit die Vitamin-K2-Synthese reduzieren
  • Malabsorptionssyndrome wie Morbus Crohn, Zöliakie oder Kurzdarmsyndrom
  • Lebererkrankungen, da die Leber Gerinnungsfaktoren produziert
  • Neugeborene (besonders gestillte Säuglinge), da Muttermilch wenig Vitamin K enthält
  • Langfristige Einnahme von Cumarinen (Blutverдünnern)

Symptome

  • Erhöhte Blutungsneigung und verlängerte Blutungszeit
  • Blaue Flecken (Hämatome) ohne erkennbare Ursache
  • Blut im Urin oder Stuhl
  • Starke Menstruationsblutungen
  • Bei Neugeborenen: Gefahr einer Vitamin-K-Mangelblutung (HDN – Hemorrhagic Disease of the Newborn)

Toxizität und Risiken

Vitamin K1 und K2 gelten bei üblichen Ernährungsmengen als sehr gut verträglich und zeigen kaum toxische Wirkungen, selbst bei höherer Zufuhr. Lediglich die synthetische Form Menadion (Vitamin K3) kann in hohen Dosen toxisch wirken und wird daher in der Nahrungsergänzung nicht empfohlen. Eine Tolerable Upper Intake Level (UL) für Vitamin K1 und K2 wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bisher nicht festgelegt, da keine Hinweise auf Toxizität bei hohen Dosen aus der Nahrung vorliegen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Vitamin K interagiert vor allem mit Antikoagulanzien (Blutverdünnern) wie Warfarin oder Phenprocoumon. Diese Medikamente hemmen gezielt den Vitamin-K-Kreislauf, um die Blutgerinnung zu reduzieren. Patienten, die solche Medikamente einnehmen, sollten ihre Vitamin-K-Zufuhr möglichst konstant halten und Änderungen in der Ernährung oder bei Nahrungsergänzungsmitteln stets mit ihrem Arzt besprechen.

Supplementierung

Vitamin-K-Präparate sind als Vitamin K1, Vitamin K2 (MK-4 und MK-7) erhältlich. Vitamin K2 MK-7 (aus Natto gewonnen) gilt als besonders bioverfügbar und langwirksam. Nahrungsergänzungsmittel werden häufig zur Unterstützung der Knochengesundheit eingesetzt, insbesondere in Kombination mit Vitamin D3 und Kalzium. Bei Risikogruppen (z. B. älteren Menschen mit Osteoporoserisiko) kann eine ärztlich begleitete Supplementierung sinnvoll sein.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Vitamin K. www.dge.de
  2. European Food Safety Authority (EFSA): Dietary Reference Values for Vitamin K. EFSA Journal, 2017. doi:10.2903/j.efsa.2017.4780
  3. Vermeer C. – Vitamin K: the effect on health beyond coagulation – an overview. Food & Nutrition Research, 2012. doi:10.3402/fnr.v56i0.5329
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