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Vormilch, auch als Kolostrum oder Kolostralmilch bezeichnet, ist die erste Milch, die eine Mutter in den ersten Tagen nach der Geburt produziert. Sie wird bereits während der Schwangerschaft – meist ab der 16. bis 20. Schwangerschaftswoche – in der Brustdrüse gebildet und steht dem Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt zur Verfügung. Vormilch ist eine dickflüssige, meist gelblich bis orange gefärbte Flüssigkeit und unterscheidet sich in Zusammensetzung und Funktion deutlich von der später einsetzenden reifen Muttermilch.
Vormilch hat eine einzigartige Nährstoffzusammensetzung, die speziell auf die Bedürfnisse des Neugeborenen abgestimmt ist:
Die Vormilch erfüllt mehrere wichtige Aufgaben für das Neugeborene:
Die Produktion von Vormilch dauert in der Regel 2 bis 5 Tage nach der Geburt. Danach geht sie über in die sogenannte Übergangsmilch, die sich innerhalb von etwa zwei Wochen zur reifen Muttermilch entwickelt. Reife Muttermilch hat einen höheren Fett- und Zuckergehalt, ist dünnflüssiger und weißlich gefärbt.
Insbesondere für Frühgeborene ist die Vormilch von besonderer Bedeutung. Bei zu früh geborenen Kindern ist das Immunsystem noch weniger entwickelt, weshalb die Antikörper und Schutzfaktoren der Kolostrum-Milch besonders wichtig sind. Wenn das Frühgeborene nicht direkt angelegt werden kann, wird empfohlen, die Vormilch abzupumpen und dem Kind über eine Magensonde zuzuführen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der UNICEF empfehlen ausdrücklich, Neugeborene innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt anzulegen, damit sie von der Vormilch profitieren können. Das frühe Anlegen fördert zudem die Milchproduktion der Mutter und unterstützt das Stillen in den folgenden Wochen und Monaten.
Rinder-Kolostrum (bovines Kolostrum) wird als Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene vermarktet und in Pulver- oder Kapselform angeboten. Es soll das Immunsystem stärken, die sportliche Leistungsfähigkeit verbessern und den Darm schützen. Die wissenschaftliche Evidenz für diese Anwendungen beim Menschen ist bisher begrenzt und nicht abschließend belegt. Interessierte sollten vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.