Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü
0-9 A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W Z
Lexikon Navigation

Zungenstoßreflex

Was ist der Zungenstoßreflex?

Der Zungenstoßreflex (auch: Zungenvorstoßreflex oder engl. Tongue Thrust Reflex) ist ein angeborener, unwillkürlicher Reflex bei Säuglingen. Dabei wird die Zunge reflexartig nach vorne aus dem Mund herausgedrückt, sobald die Lippen oder die Zunge berührt werden oder ein Gegenstand in den Mund eingebracht wird. Dieser Reflex gehört zu den sogenannten oralen Primärreflexen und ist eng mit dem Saug- und Schluckreflex verbunden.

In den ersten Lebensmonaten ist dieser Reflex lebenswichtig: Er unterstützt das Saugen an der Brust oder an der Flasche und schützt das Kind davor, zu früh feste Nahrung zu schlucken, die es noch nicht verarbeiten kann.

Wann tritt der Zungenstoßreflex auf?

Der Reflex ist bereits im Mutterleib vorhanden und bei Neugeborenen voll ausgeprägt. Er ist ein normaler Bestandteil der frühkindlichen Entwicklung. Typischerweise wird er im Alter von 4 bis 6 Monaten schwächer und verschwindet dann weitgehend. Das Zurückgehen dieses Reflexes gilt als wichtiges Zeichen dafür, dass ein Kleinkind bereit ist, mit dem Essen von Breikost und später fester Nahrung zu beginnen.

Bedeutung für die Beikosteinführung

Solange der Zungenstoßreflex noch aktiv ist, schiebt das Baby jeden Fremdgegenstand – auch den Löffel – reflexartig aus dem Mund. Deshalb empfehlen Kindermediziner und die Weltgesundheitsorganisation (WHO), mit der Einführung von Beikost zu warten, bis dieser Reflex weitgehend abgeklungen ist. Das Verschwinden des Reflexes ist eines der drei Hauptzeichen für die Beikostbereitschaft:

  • Das Kind kann seinen Kopf selbstständig aufrichten und stabil halten.
  • Das Kind zeigt Interesse an Nahrungsmitteln.
  • Der Zungenstoßreflex ist deutlich abgeschwächt oder nicht mehr vorhanden.

Persistierender Zungenstoßreflex

Wenn der Zungenstoßreflex über das erste Lebensjahr hinaus bestehen bleibt, spricht man von einem persistierenden oder infantilen Zungenstoß. Dies kann verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit und Entwicklung des Kindes haben:

  • Zahnfehlstellungen: Ein dauerhafter Druck der Zunge gegen die Zähne kann zu einem offenen Biss (Open Bite) oder zu Zahnfehlstellungen führen.
  • Schluckprobleme: Das Schluckmuster bleibt infantil, was das Essen und Trinken erschweren kann.
  • Sprachentwicklung: Ein persistierender Zungenstoß kann die Aussprache bestimmter Laute (z. B. S, Z, T, D) beeinträchtigen und zu einer Sigmatismus-Störung (Lispeln) beitragen.
  • Kieferentwicklung: Der andauernde Zungendruck kann das Wachstum des Kiefers negativ beeinflussen.

Ursachen eines persistierenden Zungenstoßreflexes

Die genauen Ursachen sind nicht immer eindeutig geklärt. Mögliche Faktoren sind:

  • Langes Nuckeln an Schnullern oder Flaschensaugern
  • Daumenlutschen über das Kleinkindalter hinaus
  • Neurologische Entwicklungsverzögerungen
  • Anatomische Besonderheiten im Mund-Kiefer-Bereich
  • Vergrößerte Mandeln oder Polypen, die die Zungenlage beeinflussen

Diagnose und Behandlung

Ein persistierender Zungenstoß wird häufig von Kinderärzten, Kiefer- und Zahnarztspezialisten oder Logopäden diagnostiziert. Die Beurteilung erfolgt durch direkte Beobachtung des Schluck- und Sprechmusters.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Myofunktionelle Therapie: Gezielte Übungen zur Kräftigung und Umschulung der Zungen- und Gesichtsmuskulatur. Diese Therapieform gilt als die effektivste Behandlung.
  • Logopädie: Unterstützung bei Aussprachefehlern und Schluckstörungen, die durch den Reflex verursacht werden.
  • Kieferorthopädische Behandlung: Bei bestehenden Zahnfehlstellungen kann eine kieferorthopädische Therapie notwendig sein, z. B. mit Zahnspangen oder speziellen Gaumenauffangplatten (Zungensperre).
  • Behandlung von Grundursachen: Falls vergrößerte Mandeln oder Polypen vorliegen, kann eine entsprechende medizinische Behandlung erforderlich sein.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Eltern sollten einen Kinder- oder Zahnarzt aufsuchen, wenn:

  • der Zungenstoßreflex nach dem 6. Lebensmonat noch deutlich ausgeprägt ist und die Beikosteinführung erschwert,
  • das Kind nach dem 2. Lebensjahr noch auffällig lispelt oder Schluckprobleme hat,
  • Zahnfehlstellungen oder Veränderungen an der Kieferform bemerkt werden.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Infant and young child feeding. WHO, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/infant-and-young-child-feeding
  2. Garliner D. - Myofunctional Therapy. W. B. Saunders Company, Philadelphia, 1976.
  3. Proffit WR, Fields HW, Sarver DM. - Contemporary Orthodontics. 5th edition. Elsevier Mosby, 2013.
Produktgalerie überspringen
Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €

Geprüfte Qualität & Reinheit

Entwickelt in Deutschland
Laboranalytisch geprüft
Laktose
Mit MFGM
Milchfett aus Sahne
Mit Lactoferrin
Ohne Zusatzstoffe
Ohne Palmöl, Fischöl und Maltodextrin